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12. September 2017 17:28 Uhr

DRK bildet "Helfer vor Ort" aus

Fit für den ehrenamtlichen Einsatz

Im Durchschnitt 18 Jahre alt sind die jungen Leute, die sich an diesem Abend im DRK-Hauses versammelt haben. Es ist der letzte Tag der Sanitätsausbildung, die neuen "Helfer vor Ort" sollen zeigen, was sie gelernt haben.

  1. Zwei der neuen Helfer zeigen, was nach einem Motorradunfall zu tun ist. Foto: Claudia Renk

  2. Ein wacher Patient wird untersucht. Foto: Claudia Renk

ST. BLASIEN. Im Durchschnitt 18 Jahre alt sind die jungen Leute, die sich an diesem Abend im Dachgeschoss des DRK-Hauses in St. Blasien versammelt haben. Es ist der letzte Tag der Sanitätsausbildung, die jungen Frauen und Männer sollen zeigen, was sie gelernt haben. Ihre theoretische Prüfung haben alle bereits bestanden – mit mehr als 80 Prozent der erforderlichen Punkte, wie Wachenleiter Ulli Egge anerkennend erzählt. Nun geht es an die Praxis. Mit dabei ist auch Lothar Schmidt aus Wutach, Sanitätsausbilder des Kreisverbandes Freiburg.

Nach bestandener Prüfung können die jungen Leute Sanitätsdienste bei Veranstaltungen übernehmen und als dritte Person in einem Rettungswagen mitfahren. Als Helfer vor Ort (früher First Responder) können sie die Erstversorgung von Patienten übernehmen und auch in weiteren Bereichen helfen.

Zunächst gilt es jedoch, das in insgesamt 52 Stunden Gelernte bei verschiedenen Szenarien richtig anzuwenden. "Ein Motorradunfall, der Fahrer liegt auf dem Bauch, er hat den Helm noch auf. Jetzt kommt er langsam zu sich. Was machen wir?", fragt Lothar Schmidt. "Halskrause anlegen", antworten gleich ein paar der jungen Leute. "Das machen wir jetzt", bestätigt Schmidt. Und gedreht werden soll der Patient auch noch.

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Zwei Freiwillige hocken sich zu ihrem Kameraden, der mit Helm auf dem Kopf das Unfallopfer spielt. Vorsichtig entfernen sie den Helm und legen die Halskrause an. Lothar Schmidt und Ulli Egge nutzen die Gelegenheit, weitere wichtige Schritte in Erinnerung zu rufen: Wenn der Patient auf dem Bauch liegt, immer mal wieder eine Atemkontrolle machen, Veränderungen des Zustandes an den Notarzt melden. "Eine Verbesserung ist nicht so wichtig wie eine Verschlechterung, der Notarzt ist froh, wenn der Patient wieder wach ist", präzisiert Egge.

Als die Aktion beendet ist, will Lothar Schmidt von den beiden jungen Männern und den anderen Kursteilnehmern wissen, was ihnen selbst gut gefallen hat und wo sie noch Verbesserungsmöglichkeiten sehen. Ein bisschen lange habe es gedauert zu entscheiden, ob erst die Halskrause angelegt oder der Patient gedreht werden soll, findet einer der jungen Männer. Schmidt weist zudem darauf hin, dass derjenige, der am Kopf des Patienten ist, das Kommando für gemeinsame Aktionen der Retter wie Drehen oder Anheben des Patienten übernehmen soll.

Die nächste Gruppe untersucht einen wachen Patienten, um ihn dann an den Rettungsdienst zu übergeben. Besprochen werden Fragen, die dem Patienten zu stellen sind, um seinen Zustand zu beurteilen und dem Rettungsdienst bei der Übergabe korrekt mitzuteilen. Es folgen Prüfungssituationen mit Schienen, die angelegt werden müssen, und einer Vakuummatratze.

Ulli Egge weist nach beendeter Prüfung noch einmal alle darauf hin, dass sie bei Einsätzen und auch auf dem Weg dahin versichert sind. Ersteres gelte auch für Laien ohne Ausbildung, die an einer Unfallstelle erste Hilfe leisten. Diese könnten die Ersthelfer bei Bedarf auch ansprechen und einbinden, allerdings nur mit Einweisung für jede Person: "Immer im Hinterkopf haben, dass es Laien sind".

Das Ende des Abends nutzt Lothar Schmidt noch für ein beeindruckendes Plädoyer für die Selbstfürsorge, die die Helfer sich selbst angedeihen lassen sollen. Er berichtet von einem schweren Chlorgasunfall, nach dem er ein Jahr lang in verschiedenen Spezialkliniken lag und viele Fähigkeiten wieder neu lernen musste. Danach habe er ein Trauma auf Feuer gehabt, musste sich behandeln lasse. "Schämt Euch nicht, das ist das Schlimmste, was Ihr machen könnt", mahnte er eindringlich, auch die eigene Belastung als Retter ernst zu nehmen.

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Autor: Claudia Renk