"Ich werde nicht alles umkrempeln"

Claudia Renk

Von Claudia Renk

Sa, 26. Mai 2018

St. Blasien

Michael Becker wird mit Beginn des neuen Schuljahres Schulleiter im Kolleg St. Blasien.

ST. BLASIEN. Seit der Information der Kollegsleitung am Pfingstmontag ist es offiziell: Michael Becker wird der neue Schulleiter des Kollegs St. Blasien, Cathrin Stoll seine Stellvertreterin. 61 war Becker just an diesem Morgen geworden, was ihm zusammen mit der Vorstellung als neuer Schulleiter einen doppelten Applaus einbrachte.

Seit 31 Jahren unterrichtet Becker am Kolleg St. Blasien Mathematik und katholische Religion, und er hat das Kolleg auch schon aus vielen verschiedenen Perspektiven kennengelernt, wie er im Gespräch mit der Badischen Zeitung erzählt. Zehn Jahre habe er, vor allem als Fotograf, am Kollegsbrief mitgearbeitet, und dabei Einblicke in Bereiche bekommen, die er wohl sonst nicht zu Gesicht bekommen hätte. Außerdem ist Becker schon jetzt als Fachleiter ein Mitglied der erweiterten Schulleitung. "Wir haben jeden Dienstag eine gemeinsame Besprechung, so dass ich schon einigermaßen weiß, was auf mich zukommt", sagt er schmunzelnd. Aber er habe sich auch schon einige Fragen an den noch amtierenden Schulleiter, Hubert Müller, notiert.

Dass er ein "Eigengewächs" des Kollegs sei, könne Vor- und Nachteile haben, sagt Becker. Jemand von Außen sehe vielleicht Dinge, die sich schon lange eingschliffen haben und verbesserungswürdig sind. Auf der anderen Seite ziehe jedes kleine Rad, an dem in der Schulorganisation gedreht werde, eine Rattenschwanz an weiteren Aktionen nach sich. Da könne man selbst als alter Hase noch etwas übersehen. Man müsse immer das Ganze im Auge behalten.

"Ich werde ganz sicher nicht alles umkrempeln, dafür läuft vieles einfach zu gut", betont Becker, und es sei sein wichtigstes Anliegen, dass das auch gut bleibe. Dazu gehören seiner Ansicht nach Wachheit und Aufmerksamkeit, um zu bemerken, dass etwas vielleicht nicht mehr passt und geändert werden muss.

Ein wichtiges Anliegen ist es ihm, das wachsende Maß an Digitalisierung sinnvoll umzusetzen. "Ein Computer ist ein Arbeitsmittel, kein Heilsversprechen", betont er. Man könne nicht jeder Entwicklung hinterherhecheln, wichtig sei vielmehr, den Schülern ein Grundverständnis beizubringen und sie kritisch zu begleiten.

Ein Teil seiner Aufgabe, auf die er sich weniger freut, sei die Beurteilung von Kollegen, verrät Michael Becker. Allerdings sei er auch in seiner derzeitigen Funktion schon damit beschäftigt gewesen, und es gehöre eben zu der Aufgabe dazu.