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23. September 2017

Im Wald gibt es kaum noch Schäden

Die Arbeitsgemeinschaft Rotwild ist mit der Entwicklung zufrieden / Derzeit leben rund 450 Tiere in den Wäldern des Rotwildgebietes.

  1. Eifrige Zuhörer stellten nach der Darstellung Wildökologe Rudi Suchant (hinten rechts) ihnen unter den Nägel brennende Fragen. (Hinten in der Mitte) der Vorsitzende der Rotwild-Arbeitsgemeinschaft Thomas Kaiser und links der Ortsvorsteher von Menzenschwand Joachim Gfrörer. Den Hirsch hatte eien automatische Kamera im Forstrevier Wolfsboden aufgenommen. Foto: Cornelia Liebwein/Ulrich Lentmaier

  2. Foto: Ulrich Lentmaier

  3. Foto: Ulrich Lentmaier

ST. BLASIEN-MENZENSCHWAND. Jäger, Landwirte, Wald- und Grundeigentümer, Förster, Tourismusinteressierte und Hegeringleiter waren in großer Zahl anwesend beim Informationsabend über die Arbeit der Rotwild-Arbeitsgemeinschaft am Mittwoch im Kurhaus Menzenschwand.

Sie alle wurden vom Vorsitzenden Thomas Kaiser begrüßt, aber auch die Bürgermeister Adrian Probst (St. Blasien) und Jürgen Kaiser (Schluchsee), die Ortsvorsteher Joachim Gfrörer (Menzenschwand) und Dietmar Schwarz (Blasiwald) und Karl-Ludwig Gerecke, Helge von Gilsa und Rudi Suchant von der Forstverwaltung.

"Zum ersten Mal setzten wir uns 2008 zusammen, mit allen, die sich für das Thema Rotwild interessierten, mit Jägern, Vertretern der Forstverwaltung, der Wald- und Landwirtschaft, des Tourismus und des Tier- und Naturschutzes", beschrieb Thomas Kaiser die Anfänge. In erster Linie ging es um das Problem, dass die Schäden auf Grund eines hohen Wildbestandes, man stellte damals 1000 Tiere in den Raum, verhältnismäßig hoch waren, erfuhr man weiter.

Aus der Sicht des Vorsitzenden habe die AG gute Arbeit geleistet und man habe erreicht, dass jeder im Interesse des Rotwildes denke. "Wir sind mit der Waldbewirtschaftung auf einem guten Weg", sagte er weiter, "und, was sich bei der Arbeit positiv ausgewirkt hat, ist, dass wir bei unserem Vorgehen die Öffentlichkeitsarbeit nicht vergaßen." So wurden Hirschbrunftwanderungen, Wildbeobachtungsstationen eingerichtet und die Rothirschtage, wodurch man weit bekannt wurde.

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Als Hintergrund stellte Wildökologe Rudi Suchant dar, dass die Bewertung objektiver Grundlagen zu Rotwild, zum Menschen, zum Lebensraum zu Konzeptionsentwürfen geführt habe, worüber man in der AG abgestimmt und die Konzeption entwickelt habe. Diese sei umgesetzt worden, nun sei man aktuell bei der Erfolgskontrolle. Wurde das über was man damals diskutierte bewältigt? Wenn ja, wie, und hatte man Erfolg? Gelang etwa das wichtigste Ziel die Nutzungsansprüche der Menschen, der Grundeigentümer, mit den Bedürfnissen des Rotwilds abzustimmen?

Zentraler Diskussionspunkt sei immer die Wilddichte, erläuterte er. Der zweite Punkt sei das Vorhaben, Schälschäden zu vermeiden. Es gehe aber auch um die Bejagungsmethoden, auch wie das Raum-Zeitverhalten vom Wild durch den Tourismus beeinflusst wird oder um Wildunfälle. "Wenn dann noch das Rotwild erlebbar gemacht wird, sieht man, dass das alles ziemlich komplex ist".

Über Interviews habe man erfahren, ob die festgelegten Ziele erreicht wurden. Dazu seien 44 Personen aus den verschiedenen Gruppierungen befragt worden. Man könne zusammenfassen, dass man fast keine Wildschäden mehr habe, so Suchant, bei der Bejagung des Rotwildes durch Drückjagden und dem Jagdwert wiederum stehe ein Fragezeichen, weil das für ihn nochmal angegangen werden müsse. Zur Bejagung des Rotwilds meinten einige der Befragten, der Rotwildbestand sei auf jeden Fall ausreichend reduziert worden – momentan liege man bei einem Rotwildbestand von circa 450 Tieren. Die aktuelle Rotwilddichte ermögliche jedenfalls die positive Entwicklung der Schälschäden und des Lebensraums.

Insgesamt aber denke er aus den Ergebnissen ableiten zu können, die Rotwildkonzeption sei auf einem guten Weg, aber es gebe Bedarf an einer Weiterentwicklung. Deutlich wurde aber auch, dass die Rotwild AG bekannter gemacht werden sollte und dass man froh sei um das Fachwissen von eventuellen weiteren Mitgliedern.

Rudi Suchant ging auf Sorgen ein, die die Gäste beschäftigte. Er erläuterte, wie die Befragung stattgefunden wurde, und erläuterte auch den Begriff Jagdwert auf Nachfrage genauer.

Im Anschluss hoben der Vorsitzende des Hegerings St. Blasien, Bruno Kaiser aus Bernau, sowie Johann Meier für die Jäger in Menzenschwand einstimmig die gute Arbeit der AG hervor.

Autor: Cornelia Liebwein