Mit Swing gemeinsam ins neue Jahr

Cornelia Liebwein

Von Cornelia Liebwein

Mo, 02. Januar 2017

St. Blasien

Zum zweiten Mal hatte der Helferkreis Asyl in St. Blasien zu einer internationalen Silvesterfeier eingeladen.

ST. BLASIEN. Am Silvesterabend war für etwa 70 Menschen, Neubürger aus der St. Blasier Unterkunft für Geflüchtete sowie für eine sechsköpfige Familie aus Hierbach und eine dreiköpfige aus Häusern, das Theophil-Lamy-Haus ein Zuhause. Die Gestaltung hatte bereits zum zweiten Mal der Helferkreis Asyl mit dem Vorsitzenden Jörg Rudolf übernommen und zauberte im Beisein von Pfarrer Jan Grzeszewski und Pater Josef Singer auf die Gesichter der internationalen Gäste ein breites Lächeln.

Zum zweiten Mal ebnete diese Gastfreundschaft an Silvester der Begegnung der Menschen verschiedener Nationen den Weg. Angesichts des Terrors und der Gewalt dieser Tage machte das friedliche und fröhliche Fest auch an diesem Abend nicht nur glücklich, sondern auch zufrieden. "Heute haben ganz selbstverständlich wieder Menschen aus Serbien, Iran, Irak, Gambia, Eritrea, Afghanistan und natürlich Syrien zusammengefunden", berichtete Jörg Rudolf. Die Hälfte der Menschen, die an diesem Abend dabei sind, habe bereits den vergangenen Silvesterabend hier erlebt. Manche der Anwesenden sprechen schon sehr gut Deutsch, fuhr er fort, und suchen eine Anstellung. Ein junger Mann, erzählt Rudolf, habe 2015 noch in Afghanistan geweilt und sei erst im Februar nach Deutschland gekommen.

Die Luft jedenfalls waren gefüllt von Unterhaltungen, und das Buffet mit traditionellen Mahlzeiten aus verschiedenen Nationen. Karotten-, Kartoffel-, Linsen-, Kürbissuppen und verschiedene internationale Süßspeisen wurden zum Nehmen gereicht. "Schön, dass viele mit den Kindern gekommen sind, auch mit den Babys, und dass alle Generationen vertreten sind", meinte Veronika Faller. Begeistert im Umgang mit den Sprachen und deren Wörtern, stärkte das jeden Einzelnen, aber auch die Einheit, und wurde als Fest des freudigen Zusammenseins und einer zusammenrückenden Gemeinschaft im Herzen bewahrt. Hatte man Schwierigkeiten sich zu verstehen, gab es noch die Sprache, die alle Menschen sprechen: die Sprache des gemeinsamen Lachens.

Aber zusammen schuf man etwas Bleibendes, überwand durch Zuneigung kulturelle und sprachliche Barrieren, um einfach zusammen Spaß zu haben – besser kann Völkerverständigung nicht aussehen. Mit großartigen verschiedenen Ideen inspirierte man sich gegenseitig und lernte voneinander.

Die "Malecke", von Gertrud Wolfer geschaffen, wurde nicht nur vom Nachwuchs begeistert angenommen und Wünsche für das neue Jahr auf das Papier gebracht. Nachdenklich machten gerade Botschaften wie: "Ich bin traurig, dass in meinem Land Syrien Krieg ist".

Auf der Filmwand, von Andrea Rudolf und durch den Kinoverein St. Blasien möglich gemacht, waren ein Zeichentrickfilm und der Klassiker "Dinner for One" zu sehen stellten sich ebenso als begeisternde Treffer heraus.

Auch ein starkes Zeugnis, das Mut im Alltag macht, war das gemeinsame Tanzen. Da lockte Tanzlehrer Johannes Rudolf, der den Hüftschwung beim Swing zeigte. "Habt ihr schon mal Swing getanzt? Niemand? Ich werde es vormachen und ein bisschen zumbamäßig tanzen, und ihr macht es einfach nach", forderte er auf. Erfüllt von der Gewissheit, Freundschaften gefunden oder vertieft zu haben, begann man später zusammen das neue Jahr.