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03. Dezember 2010

Neue Chance für die Altenpflege

Caritasverband Hochrhein hat erstmals 40 Hauspflegehelferinnen ausgebildet / Gestern war Zeugnisausgabe in St. Blasien.

  1. Für die frischgebackenen Hauspflegehelferinnen aus dem Raum St. Blasien nahm Ulrike Stich die Zertifikate entgegen. Thomas Schneider, stellvertretender Leiter der Caritas-Akademie, Freiburg, gratulierte. Foto: Susanne Filz

  2. Bezogenheit und Warmherzigkeit sind Qualitäten, die in der Pflege durch kein Können zu ersetzen sind. Foto: dpa

ST. BLASIEN. Gestern schneite es im Theophil-Lamy Haus Zeugnisse für 40 frischgebackene Hauspflegehelferinnen, sieben davon aus dem Raum St. Blasien. Sie alle arbeiten zum Teil schon seit Jahren als Hauswirtschaftskräfte bei einer der fünf Sozialstationen des Caritasverbandes Hochrhein. Der Ausbildungslehrgang ist neu im Caritas-Bezirk. Für die Sozialstationen ist er eine Riesenchance gegen den immer größer werdenden Pflegenotstand.

Doch auch den Frauen eröffnet er neue berufliche Chancen, selbst in der Lebensmitte oder darüber hinaus. Die caritasinterne Fortbildung ist zwar keine staatlich anerkannte Ausbildung, und doch ist die Fortbildung zur Hauspflegehelferin eine gute Basis, von der engagierte Caritas-Mitarbeiterinnen in eine Ausbildung zur examinierten Altenpflegerin starten können.

Rolf Steinegger, Vorstand des Caritasverbandes Hochrhein und Geschäftsführer der Sozialstationen, hält eine ganze Menge von seinen bewährten Kräften: "Warmherzigkeit, Einsatzbereitschaft, Zuverlässigkeit sind Schlüsselqualifikationen für den Pflegeberuf, die die Hauspflegehelferinnen bei uns schon längst unter Beweis gestellt haben", sagt er. In der Praxis wird sich für die 40 geringfügig beschäftigten Frauen aus dem Landkreis Waldshut und der Stadt Rheinfelden, die ebenfalls zum Bezirk gehört, durch die neue Qualifikation an ihrem bisherigen Arbeitsprofil erst mal gar nicht so viel ändern. Sie gehen weiterhin in die Haushalte der ambulant betreuten Patienten, in denen sie bis jetzt Hilfe vorwiegend beim Putzen, Waschen oder Bügeln leisteten. Als Hauspflegehelferin kommen jetzt aber noch leichte Pflegeaufgaben hinzu. Zu diesen gehört vor allem die Hilfe bei der Körperpflege der Patienten.

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Das erweiterte Aufgabengebiet bedeutet nicht, dass die Frauen in Zukunft längere Arbeitszeiten haben werden, sondern dass sie als Hauspflegehelferinnen ihre Arbeit mit gesteigerter Qualität verrichten – gerade auch in der Pflege. Da deshalb an anderer Stelle Arbeitsstunden fehlen, wird im Gegenzug bei den Sozialstationen mehr Personal eingestellt, erklärt Rolf Steinegger. Weiteren Zuwachs wird es geben, weil seit diesem Jahr jede Sozialstation des Caritasverbandes Hochrhein jeweils zwei zusätzliche Ausbildungsstellen zur examinierten Krankenpflegerin eingerichtet hat.

"Die Idee, die eigenen bewährten Hauswirtschaftskräfte fortzubilden, ist während eines Treffens entstanden, zu dem die Pflegedienstleiter der Caritas-Sozialstationen einmal im Monat zusammenkommen", erzählt Rolf Steinegger.

Die Ausbildung umfasst 40 Unterrichtsstunden und vier Praxisstunden. Das Konzept für die Ausbildungsinhalte wurde gemeinsam mit der Caritas-Akademie für Gesundheits- und Sozialberufe, Freiburg, entwickelt. Die Akademie vergibt auch die Zertifikate für die Fortbildung. Gelehrt wird unter anderem pflegerisches Basiswissen und die Pflege dementer Patienten. Auch Beziehungsgestaltung und Teamarbeit stehen auf dem Stundenplan. Unterrichtet wird vorwiegend in den Räumen des Caritasverbandes in Waldshut. Eine Prüfung muss am Ende nicht abgelegt werden.

Die Teilnehmerinnen kommen aus allen Berufen von Arzthelferin über Einzelhandelskauffrau bis Bankkauffrau. Viele haben langjährige Erziehungszeiten hinter sich. Zwar seien bis jetzt alle Absolventinnen Mitarbeiterinnen einer Caritas-Sozialstation, eine ausschließliche Voraussetzung für die Ausbildung zur Hauspflegehelferin sei das aber nicht. Bis jetzt gibt es nur weibliche Hauspflegehelfer. "Grundsätzlich und gerne steht die Fortbildung aber auch Männern offen", betont Rolf Steinegger.

Parallel zu den Hauspflegehelferinnen wurden in diesem Jahr erstmals zehn Altenpflegerinnen im Dienst der Caritas-Sozialstationen im Bezirk Hochrhein zu Praxisanleiterinnen fortgebildet. Ihre Aufgabe ist, Ansprechpartner für die Hauspflegehelferin zu sein und diese bei Bedarf zu unterstützen.

Gestern gab es im Theophil-Lamy Haus in St. Blasien für die frischgebackenen Hauspflegehelferinnen erst einmal Zeugnisse. Die Pflegedienstleiter der fünf Sozialstationen nahmen die Zertifikate von Thomas Schneider, dem stellvertretender Leiter der Caritas-Akademie, entgegen und überreichten sie zusammen mit je einer rosaroten Rose den Absolventinnen.

Autor: Susanne Filz