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04. Juni 2010 14:56 Uhr

Menzenschwand

Stören Wohnmobile das Bilderbuchidyll?

St. Blasiens Menzenschwand will als Bilderbuchdorf wahrgenommen werden. Passen Wohnmobile in dieses Bild und verunstalten sie die Landschaft? Darüber diskutierte der Gemeinderat.

  1. Am Menzenschwander Rehbach gibt es bereit Wohnmobil-Stellplätze Foto: Kathrin Blum

ST. BLASIEN. Der St. Blasier Gemeinderat setzte sich in seiner jüngsten Sitzung mit der Frage auseinander, ob Wohnmobile das Schwarzwaldidyll verschandeln. Ein Investor möchte beim Gasthaus am Wasserfall drei bis fünf Stellplätze einrichten. Dagegen protestierte SPD-Rätin Elisabeth Kaiser heftig.

Man könne nicht auf der einen Seite Menzenschwand als Bilderbuch-Dorf bewerben wollen, "und auf der anderen Seite das wunderschöne Tal mit Blechkisten verunstalten", findet Kaiser, die als einzige Rätin Bedenken gegen den neuen Stellplatz hat. Sie glaubt, dass drei bis fünf Stellplätze erst der Anfang seien und man mit einer Zustimmung zum jetzigen Zeitpunkt einer künftigen Erweiterung zum Campingplatz Tür und Tor öffne, Platz sei auf dem Areal schließlich noch genug. Der bereits vorhandene Stellplatz am Rehbach reiche aus, er sei selten voll ausgelastet, betonte Kaiser.

Existenzgrundlage Menzenschwands erhalten

Christoph von Ascheraden von den Freien Wählern hielt dagegen: "Ich finde es eine gute Idee, dass sich jemand um das Areal kümmert und es erhalten möchte." Dem Betreiber solle es ermöglicht werden, sich zu entfalten. Er baue ja keine Appartementanlage, deshalb halte er auch den von Kaiser geforderten Sichtschutz für nicht notwendig. CDU-Rat Peter Schneider pflichtete von Ascheraden bei und meinte: "Seit langem bemühen wir uns darum, die Existenzgrundlage Menzenschwands zu erhalten beziehungsweise neu zu erfinden, deshalb dürfen wir so etwas nicht verhindern." Menzenschwand müsse alle Ressourcen ausnutzen.

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Wohnmobilisten bringen Geld in den Ort

Stadtrat und Ortsvorsteher Joachim Gfrörer glaubt, dass immer mehr Gäste im Wohnmobil anreisen. Wer sich ein hochwertiges Fahrzeug leisten könne, würde auch Geld im Ort lassen, für Dienstleistungen oder Lebensmittel in den neuen Läden. Die Kapazität des Rehbach-Stellplatzes wäre an Spitzentagen in den Ferien erschöpft, deshalb seien weitere Stellplätze sinnvoll. "Wir sind heilfroh über diesen Antrag", betonte er. Der Ortschaftsrat stimmte am Montag einstimmig für eine befürwortende Weiterleitung des Antrags. Bedingung der Stadt ist es, dass keine Kosten für Wasser- und Abwasseranschluss entstehen. Darum muss sich der Betreiber selbst kümmern.

Mathias Rüger von den Freien Wählern erwähnte die Schaffung eines investitionsfreundliche Klimas, das Bürger unlängst forderten. Ein solches könne man mit der Befürwortung solcher Anträge schaffen, deshalb begrüße er die neuen Stellplätze. Auch sein Fraktionskollege Manfred Leber ist für weitere Stellplätze, schließlich kämen mittlerweile sogar Patienten, die eine Radontherapie machen, mit dem Wohnmobil und blieben mehrere Wochen lang in Menzenschwand.

Elisabeth Kaiser ließ sich von den Argumenten ihrer Ratskollegen nicht umstimmen. Sie glaube nicht, dass Wohnmobilisten, die laut Gesetz eine Nacht kostenlos auf einem öffentlichen Parkplatz stehen dürfen, auf kostenpflichtige Parkplätze ausweichen.

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Autor: Kathrin Blum