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26. Februar 2010

Vereine brauchen das Geld

Wie attraktiv sind Altpapiersammlungen? / Landkreis will Kompensationszahlungen abschaffen.

ST. BLASIEN UND UMLAND. Der Landkreis erwägt, die Kompensationszahlungen für Papier sammelnde Vereine abzuschaffen. In nichtöffentlicher Sitzung hat der Bau- und Umweltausschuss darüber beraten. Ergebnis: Der Ausschuss empfiehlt dem Kreistag in seiner nächsten Sitzung am 10. März diese Kompensationszahlungen einzustellen – nicht erst im Jahr 2010, sondern bereits für 2009. Das teilte das Landratsamt mit. Wir haben nachgefragt, wie die Vereine damit umgehen.

"Schwach" findet das Heiko Kaiser. Den Vorsitzenden des Höchenschwander Sportvereins stört vor allem, dass diese Entscheidung auch rückwirkend für 2009 gelten könnte. Drei Sammlungen hat sein Verein für 2010 geplant. "Wenn sich der Kreis tatsächlich entscheidet, die Kompensationszahlungen einzustellen, müssen wir rechnen, ob sich die Sammlungen noch für uns lohnen." Die Vereine in der Region sind auf das Geld aus Papiersammlungen angewiesen – und mussten schon bangen, als die Blaue Tonne im Landkreis eingeführt wurde.

Markus Schlegel, Vorsitzender der Dachsberger Trachtenkapelle, glaubt, dass sich das Altpapiersammeln auch lohnt, wenn es der Landkreis das nicht mehr durch Ausgleichszahlungen unterstützt. "Durch die Blaue Tonne haben wir schon Rückgänge zu verzeichnen, aber sie liegen noch im Rahmen." Seit 2007 gibt es im Landkreis Waldshut die Blaue Tonne für Altpapier und Kartons. Schlegel glaubt, dass langfristig immer mehr Bürger die Blaue Tonne nutzen und das Papier nicht für die Vereine sammeln. "Es ist natürlich bequemer, das Papier gleich zu entsorgen, deshalb haben wir dafür auch Verständnis." Andererseits ist die Trachtenkapelle auf die Einnahmen aus dem Papiererlös angewiesen. Das Landratsamt hat im Schreiben, das die sammelnden Vereine bekommen haben, darauf aufmerksam gemacht, dass man die Sammel-Aktionen attraktiver machen könnte, in dem man mehr Service bietet – beispielsweise für ältere Menschen – und öfter sammelt. Die Trachtenkapelle hat nach der Einführung der Blauen Tonne im Mitteilungsblatt darum gebeten, das Papier den Vereinen zur Verfügung zu stellen – und sie hoffen, dass das auch künftig einige tun. "Die Einnahmen der Altpapiersammlungen sind zwar nicht so hoch, aber immerhin kommt etwas rein", so Schlegel.

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Martin Morbach vom Dachsberger Natur- und Wanderverein sagt zum Thema Altpapier: "Solange die Sammelmenge und die Erlöse nicht zurückgehen, lohnt sich die Mühe – andernfalls eher nicht." Bisher hat sein Verein keine Kompensationszahlungen vom Landkreis bekommen, deshalb hat die Entscheidung des Kreistags am 10. März auch erstmal keinen Einfluss auf die Finanzen des Natur- und Wandervereins.

Vereine, deren Sammelmenge an Altpapier von 2007 auf 2008 zurückgegangen war, erhielten vom Landkreis einen finanziellen Ausgleich. Pro Tonne, die weniger gesammelt wurde, gab es 50 Euro.

Autor: Kathrin Blum