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10. Februar 2014

Von der Faszination des Wassers

Regine Weiß und Anton Fiedermutz präsentieren noch bis zum 3. Mai Fotografien zum Thema Wasser in St. Blasien.

  1. In einer ausnehmend gut besuchten Vernissage stellte das Künstlerehepaar Regine Weiß und Anton Fiedermutz seine fotografischen Arbeiten vor, stimmungsvoll ergänzt durch eigene Gedichte sowie Kompositionen des Cellisten Martin Angell Foto: Karin Stöckl-Steinebrunner

ST. BLASIEN. In einer ausnehmend gut besuchten Vernissage stellte das Künstlerehepaar Regine Weiß und Anton Fiedermutz, das seit 1995 in Ibach lebt, im Café Ell in St. Blasien seine fotografischen Arbeiten vor, stimmungsvoll ergänzt durch eigene Gedichte sowie Kompositionen des Cellisten Martin Angell.

Der Fotograf Anton Fiedermutz bildet mit seinen Landschafts- und Naturfotografien das jahreszeitliche Werden und Vergehen, die Stimmungen der unterschiedlichen Tageszeiten, von Ruhe und Bewegung ab. Auch Regine Weiß beschäftigt sich seit 40 Jahren mit der Fotografie. Darüber hinaus verfasst sie Gedichte, wobei ihre besondere Liebe der lyrischen Kurzform des Haiku gilt. Anlässlich ihrer Ausstellung zum Thema Wasser hat der aus England stammende und ebenfalls in Ibach ansässige Cellist Martin Angell eigens ein neues Stück mit dem Titel "From Lake to Sea" komponiert. Bei dieser Vernissage trug er es zusammen mit seinen Kompositionen "Ibacher Moor" und "Regen" vor und fügte so den atmosphärischen Stimmungsbildern der Fotografien und Texte eine weitere ausdrucksstarke Ebene der Rezeption von Naturstimmung hinzu.

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Wie Anton Fiedermutz den Anwesenden kurz erläuterte, hat Regine Weiß Fotos ausgestellt, die am Bodensee entstanden und in ihren zarten Pastelltönen vollkommene Stille und Harmonie ausstrahlen.

Er selbst hat für die Präsentation etwas expressivere, dynamischere Fotos ausgewählt, die an der Gletschermühle, am Klosterweiher und in der Windbergschlucht entstanden. Sie fangen die Bewegung des Wassers ein, das glasklar über glitzernde Steine perlt oder sie in schäumenden Kaskaden überwindet, oder sie zeigen das Wasser als wirkungsvollen Spiegel der bunten Farbenpracht der heimischen Landschaft. Außerdem hat Anton Fiedermutz noch eine kleine Auswahl von Bildern ausgestellt, die an der norwegischen Küste entstanden sind und die ganz besondere Stimmung der Mittsommernacht bannen. Mittels langer Belichtungszeit und dem Ziehen der Kamera hat Fiedermutz einen Wischeffekt erzielt, der die Fotos wie impressionistische Gemälde wirken lässt.

Die Gedichte von Regine Weiß entstehen, wie sie erläuterte, aus dem gleichen Grund wie ihre Fotos, nämlich den Blick auf Verborgenes, auf das Wesentliche der Dinge zu richten. Zum Vortrag bei der Vernissage hatte sie Wassergedichte ausgewählt, etwa das mit ausgesuchten lautmalerischen Vokabeln die verschiedenen Bewegungen des Wassers illustrierende "Wasserorchester" oder die Hommage an den Brunnen neben ihrem Haus in Ibach, dessen unaufhörlichen Fluss sie kurz und treffend charakterisiert mit den Worten "niemals dasselbe, doch immer gleich".

Dieser Charakterisierung im kurzen Aufriss, der dem Leser die Möglichkeit eröffnet, in seine eigene Bildwelt einzutauchen, gilt die besondere Liebe von Regine Weiß, und daher empfindet sie die traditionelle japanische Gedichtform der dreizeiligen Haikus mit ihren 17 Silben als ideale Form für ihre Lyrik, von denen sie einige Exemplare präsentierte.

Von dem Künstlerpaar ist auch ein Buch erschienen

Zum Schluss wiesen die beiden Künstler noch auf ihr Buch "Jahreswege" hin, in dem sie ebenfalls Naturlyrik und Fotografie verbunden haben. Es ist 2010 im Johanna Nordländer Verlag erschienen. Dieser Verlag ist in Todtmoos-Rütte ansässig. Er wurde im Jahr 2008 von Regula Bühlmann gegründet und hat Kunst, Kunsttherapie und Sachbücher zum Thema Psychologie im Programm.

Info: Die Ausstellung "Am Wasser" von Regine Weiß und Anton Fiedermutz ist bis zum Samstatg, 3. Mai, werktags von 6 bis 18 Uhr im Café Ell zu sehen.

Autor: Karin Steinebrunner