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19. März 2017 14:35 Uhr

Drehort

Warum die Albtäler Schützengemeinschaft dem Tatort eine Absage erteilt hat

Die Albtäler Schützengemeinschaft St. Blasien bilanzierte bei ihrer Hauptversammlung ein solides Jahr. In der Sitzung ging es auch um den Tatort: Der Verein wollte kein Drehort werden.

  1. Anfang März begangen die Dreharbeiten in der Region für den ersten Schwarzwald-Tatort. Foto: SWR

  2. Geehrte Mitglieder: Klaus Faller, Veronika Michalski und Alexander Rammelt . Foto: Jakob Steinebrunner

Oberschützenmeister Walter Kaiser schien sichtlich erfreut Ehrenmitglieder, Landesschützenkönig Helmut Schäuble und Kreisschützenmeister Bernd Schweizer bei der Hauptversammlung begrüßen zu können, bedauerte aber zugleich das Fehlen eines angekündigten Vertreters der Stadt St. Blasien.

Ehrungen für Mitglieder

Aufgrund vieler Absagen konnten nur wenige vorgesehene Ehrungen überreicht werden, darunter eine besondere Ehrung Klaus Fallers durch Kreisschützenmeister Bernd Schweizer. Faller erhielt die goldene Verdienstnadel für unermüdliche Arbeit für das deutsche Schützenwesen.

Schatzmeisterin Veronika Michalski wurde aufgrund ihrer über 30-jährigen Tätigkeit als Wirtin des Vereins und der zehn Jahre als Jugendleiterin und -trainerin der Bogenjugend zum Ehrenmitglied ernannt. Ihre Arbeit habe zu großen sportlichen Erfolgen geführt.

Der Verein könne auf eine konstante Mitgliederentwicklung mit rund 120 Mitgliedern zurückblicken, sagte der Oberschützenmeister – bei der vorigen Hauptversammlung habe man noch einen Rückgang festgestellt. Sorgen bereite allerdings der Nachwuchs, welcher auch zuvor von Schweizer angesprochen wurde. "Man muss hier einiges tun", pflichtete Kaiser dem Kreisschützenmeister bei. Mithilfe einer fortgeführten Kooperation mit einer Schule und einer Veranstaltung für Gäste soll dem fehlenden Nachwuchs entgegen gewirkt werden.

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Neben zahlreichen Erfolgen bei Meisterschaften konnten sich die Vereinsmitglieder auch über eine solide finanzielle Lage freuen. Zwar seien die Einnahmen hauptsächlich durch insgesamt geringere Vereinsbeiträge gesunken, allerdings sei auch weniger ausgegeben worden.

Debatte um Tatort-Anfrage

Für angeregte, teils hitzige Diskussionen sorgte der Bericht Kaisers über eine Anfrage des Südwestrundfunks für Filmaufnahmen im Schützenhaus. Nachdem das Gebäude im Februar begutachtet wurde, habe er erfahren, dass das Schützenhaus bei der Tatort-Folge ein Waffendepot einer kriminellen Organisation dienen sollte.

Daraufhin wurde die Filmerlaubnis verweigert, da der Verein nicht in ein schlechtes Licht gerückt werden solle, zumal Schützenvereine ohnehin schlecht geredet werden, so Kaiser. Anwesende Vereinsmitglieder zeigten ihre Zustimmung für das Vorgehen.

Bei der anschließenden Diskussion über die Gesamtlage in Deutschland zeigten einige Mitglieder Unverständnis für die bestehenden und sich verschärfenden Waffengesetze und das generelle Bild in der Gesellschaft. Waffen sollten nicht verteufelt werden, lediglich ein sicherer Umgang sei erforderlich. Dementsprechend wurde auch der Wunsch geäußert, das Bogenschießen an eine Ausbildung in einem Schützenverein zu knüpfen, um hier einen sicheren Umgang zu garantieren.

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Autor: Jakob Steinebrunner