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04. Juni 2011

"Wir sind selbstständiger geworden"

KOLLEGIANERIN IN CHINA: Anna Jakobs ist seit einigen Tagen wieder zu Hause, wäre aber gerne noch länger in Asien geblieben.

  1. Aufstellen zum Erinnerungsfoto: Zwölf Schüler des Kollegs verbrachten drei Monate lang in China. Anna Jakobs (Sechste von rechts) berichtete von ihren Eindrücken. Foto: privat

ST. BLASIEN/SHANGHAI. Die 14-jährige Kollegschülerin Anna Jakobs hat drei Monate in China verbracht. Für die Badische Zeitung berichtete sie jede Woche von ihren Erfahrungen und Erlebnissen. Wieder zu Hause hat sie den letzten Teil unserer kleinen Serie verfasst:

Vergangenen Freitag sind wir pünktlich um sechs Uhr morgens in Frankfurt gelandet. Etwas unsicher verließen wir das Flugzeug der chinesischen Airline. Was würde uns erwarten? Nach der unproblematischen Passkontrolle haben wir auf unser Gepäck gewartet. Zum Glück sind alle Koffer sicher angekommen.

Ich bin traurig, dass unser Chinaaufenthalt schon zu Ende ist. Zu gerne wäre ich noch länger dageblieben. Meinen elf mitreisenden Klassenkameraden geht es auch so. Die drei Monate in Jiangyin und Schanghai waren eine wunderbare Zeit. Wir haben viel gesehen, Neues kennengelernt, sind selbstständiger geworden und haben Erfahrungen fürs Leben gesammelt. Wir haben uns selbst versorgt, mussten uns um vieles selbst kümmern, das zu Hause von Eltern, Lehrern und Erziehern übernommen wird. Und wir mussten miteinander auskommen. Der Aufenthalt war eine sehr gute Möglichkeit, unsere chinesischen Sprachkenntnisse zu verbessern. Ich kann Chinesisch nun viel besser verstehen, das Heraushören der Töne fällt mir leichter. Das ist wichtig, um die Bedeutung der Wörter zu begreifen. Mit dem flüssigen Sprechen klappt es noch nicht ganz so gut. Das Reden und die Betonung haben wir nur wenig geübt. Aber ich kann mir die Schriftzeichen jetzt viel besser einprägen.

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Ich denke, die Erfahrungen, die ich in China gesammelt habe, werden mich noch lange beschäftigen. Das Kennenlernen und Erleben dieser komplett anderen Kultur, die Begegnungen mit den vielen verschiedenen Menschen, und der Abstand zum Leben in Deutschland haben mich geprägt: Ich werde jetzt vieles anders wahrnehmen, beispielsweise die Zustände öffentlicher Toiletten oder die Preise in Supermärkten.

Trotzdem genieße ich die frische Luft im Schwarzwald und die ruhige Atmosphäre in St. Blasien. Außerdem ist es sehr entspannend, nur den Vormittag über in der Schule zu sein und danach Freizeit zu haben.

Die drei Monate sind wie im Flug vergangen. Noch sind die Eindrücke ganz frisch, und nicht alles ist verarbeitet. Ich freue mich, wenn ich davon berichten kann. Aber nun hat mich der Alltag wieder eingeholt und es gilt, bis zu den Sommerferien noch fleißig zu lernen, damit ich das Klassenziel in allen Fächern erreiche.

Autor: bz