St.-Elisabeth-Verein zelebriert zehnjähriges Bestehen

Hrvoje Miloslavic

Von Hrvoje Miloslavic

Sa, 16. Juni 2018

Wehr

Gastredner Father Gerard Lagleder aus Südafrika berichtet von seiner caritativen Arbeit mit Aids-Kranken.

WEHR-ÖFLINGEN. Der St.-Elisabeth-Verein Wehr und Öflingen feiert heuer sein zehnjähriges Bestehen. Angesichts der Feierstimmung, die am Donnerstagabend im Pfarrsaal St. Ulrich in einem kleinen Festakt ihren Ausdruck fand, geriet die im Vorfeld angesetzte Hauptversammlung ein wenig zur Formalität. Keinen Zweifel ließ Vorsitzender Hans Loritz, dass sich der Verein auch weiterhin gemäß seiner Tradition und Satzung mit Nachdruck der sozial-caritativen Daseinsfürsorge widmen werde.

Bevor es an die Lobes- und Dankesreden ging, galt es einigen Formalia Genüge zu tun. Es standen Nachwahlen an. Von personellen Umbrüchen zu sprechen, wäre wohl verfrüht. Mit dem Rückzug der stellvertretenden Vorsitzenden Maria Baier sowie den Beisitzern Erika Scharbatke und Pfarrer Matthias Kirner aus dem Vorstand hat der Verein jedoch nicht unerhebliche personelle Verluste zu verzeichnen. Als Beisitzerinnen rückten Katharina Hinnenberger und Daniela Bochmann nach.

Gewisse Wirkungen zeigt beim St.- Elisabeth-Verein die neue Datenschutzgrundverordnung. Als Anlage werde diese in die Satzung aufgenommen, kündigte Schriftführer Gerd Leutenecker an. Eine entsprechende Satzungsänderung werde bei der nächsten Hauptversammlung vorzunehmen sein, fügte er hinzu. Datenschutz werde beim Verein aber großgeschrieben, wie Loritz versicherte. Diese würden keinesfalls weitergegeben. Eine Ausnahme gelte lediglich bei der Abgleichung von Daten mit Pflegeheimen, wenn bei einem Vereinsmitglied der Pflegefall eintrete, so Loritz.

In seinem als Rückblick auf die zurückliegenden zehn Jahre gestalteten Rechenschaftsbericht konnte der Vorsitzende ein sehr positives Resümee ziehen: Wir haben viel leisten können". Besonders freute es Loritz, dass es dem Verein gelungen sei, das von Beginn anvisierte Ziel zu erreichen, nicht nur die Tagespflege, sondern alle Felder sozial-caritativer Bedürfnisse abzudecken.

Neben dem Kerngeschäft im Haus St. Elisabeth in Öflingen versprach Loritz auch die Betreuung von Flüchtlingen, Hilfe für bedürftige Schüler, Unterstützung von Mittellosen zur Weihnachtszeit sowie den Bedarf an individueller, finanzieller Zuwendungen weiterhin im Fokus zu behalten. So wird Leo Strittmatter für seine Auftritte mit dem Musikverein Öflingen eine transportable Rollstuhlrampe erhalten.

Dass dieses Geld gut investiert ist, konnte der Querschnittsgelähmte sogleich unter Beweis stellen. Mit einem eigens angefertigten Spezialinstrument, der "Magic Flute", trug der Zehnjährige den Gästen ein Stück vor.

Mit nachdenklichen Tönen gelang Loritz ein guter Übergang zum anschließenden Festakt. Der Vorsitzende empfahl, bei aller berechtigten Kritik, auch die positiven Seiten des deutschen Pflegesystems und die vielen Möglichkeiten gerade im Bereich der Beratung zu sehen. Es sei nun mal nicht alles finanzierbar, gab Loritz zu bedenken. Es sei jedoch nicht zielführend, "immer alles schlecht zu machen".

Einen Eindruck von ganz anderen Bedingungen, unter denen Menschen in anderen Teilen der Welt leben müssen, vermittelte der Gastreferent des Abends. In Öflingen weilte Father Gerard Lagleder. Der Missionsbenediktiner leitet in der südafrikanischen Stadt Mandeni die "Brotherhood of Blessed Gérard", eine Hilfsorganisation im Malteser-Orden. Pater Gerard berichtet von seiner Arbeit im Care Centre, einem Hospiz mit angeschlossenem Kinderheim. Hilfe suchen bei Pater Gerard sehr arme und todkranke Menschen der Stadt, die sich durch eine Aids-Rate von 76 Prozent auszeichnet. Der Vortrag des Missionars verfehlte seine Wirkung auf die Gäste keineswegs. Dennoch blieb noch Raum für Freude über zehn sehr engagierte und erfolgreiche Jahre des Wirkens durch den St. Elisabethen-Verein.