Kritik an Strategie

Euroairport bleibt Anrainerverbänden viele Antworten schuldig

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Do, 26. April 2018 um 19:11 Uhr

Basel

Am Euroairport (EAP) sei nur der Lärm "nachhaltig", nicht aber die Entwicklung des Luftverkehrs. Dieses Fazit ziehen vier trinationale Anrainerverbände in einer Mitteilung.

Es ist eine Reaktion auf die am Montagnachmittag vom Flughafen vorgelegte Strategie, den Fluglärm zwischen 23 und 24 Uhr einzudämmen. Der EAP wächst seit Jahren. Bis 2030 geht er von einer weiteren Steigerung der Passagierzahlen von heute acht auf bis zu 13 Millionen aus, war in der Veranstaltung zu erfahren. Damit steigere sich das Passagieraufkommen um 66 Prozent, beim Frachtverkehr kalkuliere der EAP im Vergleich zu heute gar mit einem Wachstum von 100 Prozent. Gleichzeitig wolle er den Fluglärm senken. Das sei eine "Quadratur des Kreises", wie "Basler Zeitung" zu Recht bemerkt habe, oder eine "Mission impossible", befinden die Initiativen. Weitere Widersprüche entdeckt das Quartett – die elsässische Association de Défense des Riverains de l’Aéroport (ADRA), Bürgerinitiative Südbadische Flughafenanrainer (BISF) sowie die Schweizer Organisationen Forum Flughafen und Schutzverband – in der Ankündigung, die Nachtflüge reduzieren zu wollen. Denn laut Eigentümerstrategie der Baselbieter Regierung sollen eben die zwischen 22 und 6 Uhr mehr als verdoppelt werden, von neun auf knapp 20 Prozent. Das blende die Flughafendirektion offenbar aus.

Keine Antworten vom EAP

Was als Resultat "schwergewichtiger" Überlegungen dargestellt worden sei, bleibe den Erwartungen zurück, bewerten die Initiativen die Strategie kritisch. So sei der Flughafen die Begründung für die jahrelange Verzögerung der Lärmschutzpläne schuldig geblieben. Er liefere auch keine Antworten auf Anfragen zur korrekten Höhe der Schadstoffemissionen und erkläre nicht, warum er den Flugzeugen am Gate weiter keinen elektrischen Anschluss gewähre, um die Hilfsturbinen zur Stromerzeugung abschalten zu können. Darüber hinaus seien die Forderungen der trinationalen Umweltcharta ebenso ignoriert worden wie die nach einer fundierten Lärmbelastungsanalyse. Zwar nenne der EAP erstmals die Zahl von vier Prozent, um die das Passagiervolumen durch den Bahnanschluss steigen solle. Hochgerechnet auf 2030 könnten das zehn Flüge mehr pro Tag sein. Die Anrainerverbände sehen sich mit der Forderung nach einer Nachtflugsperre von 23 bis 6 Uhr insofern einmal mehr bestätigt.