Programme kommen nicht an

Annette Mahro

Von Annette Mahro

Mo, 11. Juni 2018

Lörrach

Kleinprojekte- und Begegnungsfonds des TEB haben ein Problem.

LÖRRACH. Seit 2012 gibt es beim Trinationalen Eurodistrict Basel (TEB) den aus Mitteln des EU-Interreg-Programms geförderten Kleinprojektefonds und seit 2016 zusätzlich den TEB-Begegnungsfonds, aus dem auch grenzüberschreitende Begegnungen zwischen Schulklassen gefördert werden können. Die Kriterien für Antragsteller sind so unterschiedlich wie die Förderhöhen. Auch Eingeweihte behalten da nicht immer den Überblick. Der TEB-Districtsrat möchte die Fonds aber fortführen und bekannter machen.

"Wir haben festgestellt, dass beide Programme bei der Bevölkerung nicht ankommen", bedauerte TEB-Districtsrats-Präsidentin Diana Stöcker am Freitag bei der Plenarversammlung im Lörracher Landratsamt. Das sei umso bedauerlicher, als die Fonds eingerichtet worden sind, um die Wahrnehmung des Eurodistricts zu verbessern. Die Bürgermeisterin von Rheinfelden, die dem Gremium seit März vorsteht, hatte sie daher zum Top-Thema gemacht. Marie-Aude Pivot, in der TEB-Geschäftsstelle am Palmrain Ansprechpartnerin für die Projekte, stellte das Programm vor und wies darauf hin, dass sie gerne in Stadt- und Gemeinderäte komme, um die Verbreitung anzukurbeln.

Während beim niederschwelliger konzipierten Begegnungsfonds Projekte mit maximal 5000 Euro gefördert werden, beträgt die Förderung beim Kleinprojektefonds bis zu 40 000 Euro. Die minimale Förderung beträgt 500, beziehungsweise 3000 Euro. Förderfähig sind bi-oder trinationale Projekte, die grenzüberschreitende Begegnungen fördern, also nicht nur parallel in zwei oder drei Ländern stattfinden. Antragsteller dürfen auch keine Privatpersonen sein, die Gelder stehen nur als gemeinnützig anerkannten Einrichtungen wie Vereinen oder Gemeinden offen. Immer wird jedoch, wie bei Interreg üblich, nur kofinanziert. Jeweils 40 Prozent der Projektmittel müssen deshalb aus anderen Töpfen stammen.

Der Teufel steckt hier im Detail. So gab etwa die Basler Großrätin Lea Steinle zu bedenken, dass viele Fördermittel in der Schweiz nur gewährt würden, wenn sich eben kein zweiter Geldgeber beteilige. Weitere Hürden sind die Zeit, die zwischen Antragstellung und Zusage vergehen kann sowie die teils komplizierten Antragsformulare. Man unterstütze hier jedoch nach Kräften, so Marie-Aude Pivot. Für die Interreg-Kleinprojekte muss etwa ein mehrseitiger, zweisprachig formulierter Antrag an das Interreg-Büro in Straßburg geschickt werden, der üblicherweise mit Änderungsvorschlägen zurückkommt und erneut versandt wird. Mindestens ein halbes Jahr, eher länger, dauert das Prozedere. "Man muss dafür Zeit haben", bedauert Pivot, "aber so funktioniert es". Unkomplizierter ist der Begegnungsfonds, für den sich entsprechend mehr Antragsteller entscheiden.

Vorgestellt wurden im Districtsrat jetzt drei aus den Fonds geförderte Projekte. Die sogenannten IBA-Kits als Idee der Internationalen Bauausstellung Basel IBA 2020 verstehen sich als Container zur Belebung von Nachbarschaften. Den grenzüberschreitenden Ansatz stellt etwa das Zusammenspiel verschiedener IBA-Projekte sicher. Das vom Maison du Patrimoine (Heimatmuseum) in Kembs initiierte, länderübergreifende Projekt zur Römerzeit im Dreiland stellte sich als Kooperation mit dem Museum Römervilla in Grenzach-Wyhlen und den Ausgrabungsstätten Augusta Raurica in Kaiseraugst vor. An Schüler und Jugendliche richtet sich das Projekt "Mot et Mouvement" (Wort und Begegnung), hinter dem das Lörracher Theater Tempus Fugit steht und das deutsch- und französischsprachige Schüler und Autoren zusammenbringt.

Kontakt: Marie-Aude Pivot ist erreichbar beim TEB. Tel.: 0033-389-670679, E-Mail: projets.projekte@eurodistrictbasel.eu