Südanflüge sind "unausweichlich"

sda

Von sda

Di, 19. Juni 2018

Basel

Behörden sehen keinen Bedarf, die Regelungen für den Euroairport Basel-Mulhouse zu ändern.

BASEL (sda). An der Regelung für die umstrittenen Südanflüge am Flughafen Basel-Mulhouse braucht es aus Sicht der Behörden keine Änderungen. Dass 2017 die kritische Zehn-Prozent-Marke erstmals knapp überschritten wurde, wird auf außergewöhnliche Witterungsbedingungen im April zurückgeführt. Damals betrug der Anteil der Südanflüge 26,9 Prozent. Das war der höchste je registrierte Monatswert, wie das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) am Donnerstag mitteilte.

891 von 3307 Instrumentenlandeanflügen fanden in jenem Monat auf der Piste 33 statt. Abklärungen des BAZL und der französischen Zivilluftfahrtbehörde DGAC haben nun ergeben, dass im April 2017 an 21 von 30 Tagen Wind aus nördlicher Richtung vorherrschte. Es sei deshalb unausweichlich gewesen, auf das Anflugverfahren ILS 33 auszuweichen, heißt es in der Mitteilung. Dass 2017 die Marke von zehn Prozent bei Instrumentenanflügen überschritten wurde, ist laut den Behörden denn auch auf die rekordhohe Quote im April zurückzuführen. In den übrigen Monaten lag die Quote zwischen 3,3 und 15,2 Prozent. Die 10-Prozent-Marke wurde außer im April auch im März, im Juni und Juli übertroffen.

Aufgrund ihrer Untersuchungen, bei denen Wetterdaten aus verschiedenen Quellen verglichen wurden, kommen das BAZL und die DGAC zum Schluss, dass es keine Maßnahmen braucht, um den Anteil der Südanflüge zu senken. Die Wahl der anzufliegenden Piste sei 2017 stets im Einklang mit den geltenden Vorschriften erfolgt. Insgesamt wurden am Euroairport 4092 von 39 630 Instrumentenanflügen über die Südpiste abgewickelt. Damit stieg die ILS-33-Quote von 5,9 auf 10,3 Prozent. Weil die 10-Prozent-Marke überschritten wurde, mussten die Luftfahrtbehörden Frankreichs und der Schweiz nach einem Abkommen von 2006 abklären, ob sich Maßnahmen zur Senkung der Quote aufdrängen.

Seit der Einführung des ILS Ende 2007 führen die Südanflüge über dicht besiedeltes Gebiet in der Schweiz. Dagegen wehren sich die betroffenen Gemeinden. Die Piste 33 soll nur benützt werden, wenn der Rückenwind eine bestimmte Stärke erreicht hat. Zuletzt war indes der jährliche Anteil der Landeanflüge auf Piste 33 "ziemlich konstant", hält das BAZL. Die 10-Prozent-Marke wurde 2017 erstmals überschritten. 2010 wurde der Wert nur knapp unterschritten.