Bei "Jugend bewegt" bewegt sich nicht viel

Thomas Biniossek

Von Thomas Biniossek

Do, 13. September 2018

St. Märgen

Sogar die Diskussion über die Umsetzbarkeit konkreter Vorschläge wie Grillplatz oder Jugendraum standen im Gemeinderat auf der Kippe.

ST. MÄRGEN. Gemeindliche Mühlen mahlen langsam, das mussten die vielen Jugendlichen, die am Dienstagabend zur Sitzung des Gemeinderates von St. Märgen gekommen waren, erfahren. Beim Thema "Jugend bewegt" bewegte sich nämlich nicht viel. Eine Entscheidung, wie Dinge, die die Jugendlichen vorgeschlagen hatten und umgesetzt sehen wollten, fiel nämlich erneut nicht.

Ja, die Diskussion über die Umsetzbarkeit von konkreten Vorschlägen stand gar auf der Kippe. "Heute Abend diskutieren wir um den Kaisers Bart", sagte Ratsmitglied Gerhard Dold und forderte, den Tagesordnungspunkt gänzlich abzusetzen.

Schließlich liege kein Konzept der Verwaltung vor, konkrete Vorstellungen, was die Gemeinde nun anpacken solle, gebe es nicht. Dem Antrag zur Geschäftsordnung, über dieses Thema nicht zu sprechen, folgten seine Ratskollegen aber nicht.

"Wir wollen den Grillplatz", sagte Gemeinderätin Katrin Mäder, die im engen Kontakt mit den Jugendlichen steht und das Projekt "Jugend bewegt" maßgeblich begleitet. Ganz konkret hätten die Jugendlichen inzwischen vier Vorschläge, an welcher Stelle auf Gemeindegebiet ein solcher Grillplatz als Treffpunkt im Freien entstehen könne. Und in einer 72-Stunden-Aktion im Frühjahr des kommenden Jahres würden Jugendliche und junge Erwachsene diesen Grillplatz in Eigenregie und "selbstverantwortlich organisiert" erstellen, sodass die Gemeinde lediglich die Materialkosten tragen müsste.

"Die Frage stellt sich, wo dieser Platz hinsoll. Das muss gut abgewogen werden", so die Ratsfrau weiter. Ein weiteres Thema seien die Öffnungszeiten des Jugendraums, das eigentlich schnell und kostenneutral zu verwirklichen sei, so Katrin Mäder.

Für Bürgermeister Manfred Kreutz war es keine Frage, dass der Grillplatz kommen werde, dennoch müsse das Ganze gut durchdacht werden. "Gibt es Regeln bei der Nutzung des Grillplatzes? Soll der Platz öffentlich zugänglich sein? Wie beugt man Vandalismus vor?", waren nur einige Fragen, die der Bürgermeister stellte und die es zu beantworten gelte.

Jugendliche sollen nun eine Hausordnung erarbeiten

Gemeinderat Thomas Mark stellte fest, dass der Ansatz richtig sei, aber erst ein Konzept erstellt werden müsse, in dem Verantwortlichkeiten und Nutzung des Grillplatzes festgezurrt sein müssten. Und natürlich sei zu klären, was das Ganze koste.

Andreas Schuler regte zudem an, die Feuerwehr mit einzubeziehen, um brandschutzrechtliche Fragen zu klären und auch Fluchtwege mit zu diskutieren.

Ohne Beschluss wurde diese Diskussion beendet. Auch in der Frage nach der Nutzung des Jugendraums kam es zu keiner Entscheidung. Klar ist diesbezüglich lediglich, das sagte Katrin Mäder, dass sowohl die Landjugend als auch die Ministranten signalisiert hätten, den Jugendraum mit nutzen zu wollen. "Wir sollten den Jugendraum verlässlich regelmäßig öffnen", meinte die Ratsfrau und schlug vor, das Organisationsteam für die Öffnungszeiten zu vergrößern.

Bürgermeister Manfred Kreutz zog schließlich ein Fazit: Er erläuterte, dass die Jugendlichen in den kommenden Wochen eine Hausordnung für den Grillplatz erarbeiten sollten, dass die Verwaltung Angebote für den notwendigen Grill einholt, dass die Standortfrage abgeklärt wird und dass mit dem Bau des Grillplatzes im Frühjahr begonnen werden soll. "Wir sollten das im Rahmen der Haushaltsberatungen beschließen", sagte Bürgermeister Manfred Kreutz.