Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.
22. Februar 2012
Berghänge weiter bewirtschaften
Gemeinde tritt dem Landschaftserhaltungsverband bei.
ST. MÄRGEN. Dem Beitritt zum Landschaftserhaltungsverband, der neu für den Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald gegründet wird, stimmte der Gemeinderat nach längerer Diskussion zu. Der Verband löst das auslaufende Naturschutzgroßprojekt Feldberg-Belchen ab, das bisher von drei Landkreisen gemeinsam verfolgt wurde.
Bürgermeister Josef Waldvogel erklärte, dass der Landkreis die Bündelung von landschaftserhaltenden Maßnahmen weiterhin als notwendig erachtet und dafür drei neue Stellen schaffen will. So soll die Bewirtschaftung der Steillagen möglich bleiben. Der neue Verband soll die verschiedenen Förderprogramme koordinieren. Inwieweit diese ausgeweitet würden, sei unklar, sagte Waldvogel. Die Gemeinden sollen diesem neuen Verband beitreten, die Kosten belaufen sich auf 200 Euro Beitrag jährlich. Ziel sei es, wie Waldvogel vorlas, dass mehr Landschaftspflegemittel auf die Fläche kommen sollen. Er schlug vor beizutreten, wie viele andere Gemeinden auch. Damit bringe St. Märgen die Unterstützung für das Anliegen zum Ausdruck.Gerhard Dold zeigte sich skeptisch. Er frage sich, "ob man die Landwirte nicht noch mehr bevormunden will" und die Bürokratie nicht weiter zunehme. Zu den Kosten meinte er, da der Landkreis den Verband mitfinanziere, zahlten die Gemeinden indirekt mehr als die 200 Euro. "Landschaftserhaltung ist gut, aber ich habe Bedenken, dass nur Stellen geschaffen werden um des Stellenschaffens Willen", zumal die konkreten Aufgaben der neuen Mitarbeiter nicht genau definiert seien. "Das ist wieder ein Schnellschuss." Waldvogel sagte, der Vorteil sei, dass die Akteure von Landwirtschaft und Naturschutz an einen Tisch kämen. "Dass koordiniert werden muss und Personal da sein muss, ist klar." Nach Diskussionen über die Form habe man sich für den Verband entschieden. Doppelstrukturen würden vermieden, da kleinere Verbände durch den großen abgelöst werden.
Werbung
Der Badische Landwirtschaftliche Hauptverband (BLHV) begrüße die Veränderung, beantwortete Waldvogel die Frage von Josef Saier, denn er sehe Mitsprachemöglichkeiten. Der BLHV sei beigetreten, weil er sich eine Koordination der verschiedenen Interessenlagen verspreche und die Förderungen künftig über diese Schiene laufen.
Josef Saier sagte, im Grunde sei es unerheblich, ob St. Märgen beitrete oder nicht, der Verband arbeite ohnehin in die Region hinein. Waldvogel fand, St. Märgen als Flächengemeinde solle Mitglied werden. Auch Thomas Mark war für den Beitritt, denn die Kosten seien überschaubar und der Beitritt sei "ein wichtiges Signal für die Landschaftserhaltung". Am Ende stimmten die Ratsmitglieder einhellig einem Beitritt zu.
ES SAGTE
"Wir sind verhältnismäßig saumäßig schlecht informiert worden. Wir wissen eigentlich nichts. Der Gemeinderat soll entscheiden, über viele Köpfe hinweg, ohne dass wir genau informiert sind."
Ratsmitglied Gerhard Dold
"Wieso soll der Gemeinderat zustimmen, wenn es der Kreistag schon entschieden hat? Von oben wird’s beschlossen und die Gemeinderäte sollen ja sagen. Im Grunde genommen hockst du umsonst da."
Gerhard Dold
Autor: awe
Autor: Alexandra Wehrle
