Ein Fluch, Gift und viele Tote

Alexandra Wehrle

Von Alexandra Wehrle

Do, 02. Oktober 2014

St. Märgen

Trachtengruppe und Landjugend spielen "Die Gschpenstermacher" / Weitere Aufführen am Freitag und Samstag.

ST. MÄRGEN. Viel zu lachen gab’s am Samstagabend bei der ersten Aufführung des Theaterstücks "Die Gschpenstermacher" von Ralph Wallner, das Trachtengruppe und Landjugend in der Schwarzwaldhalle aufführten. Makaber und doch lustig geht’s in dem ursprünglich bayrischen Schwank zu, und wie es sich für ein zünftiges Volksstück gehört, wird am Ende alles gut.

Lauter Originale waren da auf der Bühne zu sehen, eigenwillige Charaktere mit großen Träumen und tragischen Lebensgeschichten. Die resolute Mohrwirtin Rosa Moderer (Melanie Goldschmidt) hätte auch gern mal einen Mann, am liebsten den Sepp. Sie versucht alles, ihn bei sich zu haben, sogar vergiften würde sie ihn dafür. Großbäuerin Genoveva Fichtler (Martina Maier) geht nach ihrem Trauerjahr wieder auf Brautschau und kommt dabei der Mohrwirtin in die Quere. Aber Sepp (Stefan Löffler), der Auserwählte, fühlt sich durchaus wohl als Junggeselle und lehnt die Avancen dankend ab.

Je mehr Leichen, desto mehr Geld

Zwei unappetitliche Totengräber (Dominik Schnell alias Buddler, Martin Saier alias Nuele), die von der Hand in den Mund leben, erfahren, dass sie künftig selbstständig sind und nach der Anzahl der Bestattungen bezahlt werden. Das bedeutet: Je mehr Leichen, desto mehr Geld. Dass plötzlich so viele Leute sterben und zu Gespenstern werden, kommt den Totengräbern zwar gelegen. Aber dann regt sich halt doch das schlechte Gewissen, obwohl sie eher zufällig Mitverursacher sind: Eine Flasche, die Buddler unter der Theke bei der Mohrwirtin findet, macht die Runde; ihr giftiger Inhalt wird irrtümlich für Wein gehalten. Das sorgt für Spannung unter den Protagonisten.

Mit einem unerwartet wirksamen Fluch sorgt die Dorfverrückte Philomena (Verena Hog) für zusätzliche Dynamik. Natürlich darf auch die klassische Liebesgeschichte nicht fehlen. Junger Bursch (Leo alias Daniel Löffler) trifft junges Mädel (Lena alias Dominika Wehrle), Missverständnisse verursachen Streit, am Ende kriegen sie sich doch. Solche Missverständnisse, dazu witzige Sprüche und die Eigenwilligkeiten der Charaktere sorgten immer wieder für Lacher. Die Laien-Schauspieler spielten sehr gut und zogen die Zuschauer in ihren Bann. Der Lohn war langer Applaus.

Daniel Löffler von der Trachtentanzgruppe stellte nach der Aufführung die weiteren Beteiligten vor. Rosa Hummel hat das bayrische Stück in den alemannischen Dialekt übersetzt. Regie führte Barbara Rießle. Souffleur Markus Hummel half über kleine Unsicherheiten hinweg. Marika Reith, Natalie Sühr und Angelina Valentino waren fürs Schminken zuständig, Tobias Hummel, Stefan Hog und Lukas Fehrenbach fürs Bühnenbild, Florian Hog für die Bewirtung. Wer wissen will, wie es den beiden Gespenstern, zu denen die Wirtin und die Bäuerin geworden sind, und den Totengräbern am Ende ergeht, kann dies am Freitag, 3. Oktober, oder Samstag, 4. Oktober, in der Schwarzwaldhalle bei weiteren Aufführungen erfahren. Einlass ist jeweils um 18.30 Uhr, Beginn um 20 Uhr. Es gibt zwei Pausen, in denen bewirtet wird.

Reservierungen sind unter http://www.theater-stmaergen.de bei Reservix, bei der Tourist Info St. Märgen und beim Kartenservice der BZ möglich. Der Eintritt kostet im Vorverkauf neun Euro, an der Abendkasse zehn Euro.