Flott über die Puderzucker-Buckel

Annemarie Zwick

Von Annemarie Zwick

Mi, 07. Februar 2018

St. Märgen

"Jugend trainiert für Olympia": Langläufer der Grundschule Waldau 1 schnellste der 28 Mannschaften beim Kreisfinale am Thurner.

ST. MÄRGEN. Genau 100 Jungen und Mädchen von der ersten bis zur vierten Klasse vergnügten sich gestern Vormittag bei Traumwetter auf Langlaufski im Schnee – "dienstlich" und zur Ehre ihrer Schulen. Denn auf dem Thurner richtete der Skiclub St. Märgen das Kreisfinale im Grundschulwettbewerb "Jugend trainiert für Olympia" aus. Zehn Schulen hatten 28 Mannschaften an den Start geschickt. Den Sieg erkämpfte sich das erste Trio der Grundschule Waldau vor St. Märgen und der Sommerbergschule Lenzkirch.

Die Buckel der kurzen Buckelpiste waren schon mal mächtiger in früheren Jahren. Aber "das passt für die Grundschüler", sagte Carina Bach lachend. Die Rektorin der Carl-Ludwig-Magon-Schule Breitnau, die mit sechs Mannschaften die meisten Teilnehmer stellte, war froh, dass das Kreisfinale am Thurner ausgetragen werden konnte. Das war bei der geringen Schneehöhe – höchstens 15 Zentimeter – nur möglich, weil der Club Thurnerspur den Pistenbully mit speziellen Gummiketten ausgerüstet hatte. "Sonst hätten wir den Kurs gar nicht präparieren können", erklärte Streckenchef Christoph Faller vom SC St. Märgen. Dass von oben "noch ein bisschen Puderzucker" kam, war vor allem schön für die Optik.

Am Montagabend baute er mit seinem Team den Parcours auf der 1,8 Kilometer langen Runde gegenüber dem Loipenhaus auf. Die St. Märgener seien dankbar für die Unterstützung durch die Ski-Zunft Breitnau, betonte Faller. Umgekehrt stellt auch der SC Helfer, wenn die Breitnauer "Jugend-trainiert"-Wettbewerbe organisieren. Gestern reichten 17 Helferinnen und Helfer aus beiden Vereinen, um "eine angenehme Veranstaltung" (Faller) zu stemmen. "Begeistert und dankbar" über die Kooperation der beiden Vereine zeigte sich Wettkampfchef Thomas Zipfel, der Beauftragte für diesen Grundschulwettbewerb. "Das ist so einfach zu organisieren, weil die alle das Knowhow haben von Kinderrennen", lobte der Lehrer seine Mitstreiter. Ganz wichtig sei auch das große Engagement der Vereinstrainer, Eltern und Lehrer, die viele Kinder melden würden: "Sonst wär’ das nie so ’ne runde Sache."

Während des Rennens war der frühere Schwarzwälder Spitzenlangläufer als Moderator und Motivator voll in seinem Element. Ob im Interview mit den Schülern kurz vor dem Start, als "Einpeitscher" am Mikrofon – "das Stadion bebt" – oder "La-Ola-Animateur" an der Buckelpiste – Zipfel lebte mit dem Nachwuchs mit und sorgte für manchen Lacher. "Wie sich die Zeiten ändern", sinnierte er: "Ich bin immer noch da und die Schüler sind jetzt als Eltern da", und ein paar Großeltern stünden auch noch am Waldrand.

Entlang der Strecke feuerten die Angehörigen die Jungen und Mädchen an oder gaben Tipps für die fünf Stationen unterwegs wie Slalom laufen oder rückwärts durch ein Tor fahren. Aber das Beste war die Buckelpiste – fand wenigstens der sechsjährige "Benni". Benjamin Jäckle und seine Mitschülerin Katy Sick aus der ersten Klasse der Waldauer Grundschule dürften die jüngsten Starter im Feld gewesen sein und sie wurden zusammen mit Kira Sick als "CaLuMa Breitnau 6" nicht Letzter. Aber war’s nicht zu anstrengend auf der Loipe? Benni schüttelt den Kopf, nein, hat Spaß gemacht.

Am meisten Spaß machte die heiß ersehnte Siegerehrung nach vollbrachter Tat Nico Walter, Konrad Fehrenbach und Luca Rombach. Das Trio, das als erste Mannschaft der Grundschule Waldau in die Spur gegangen war, wurde als Letzter aufgerufen und war damit Sieger. 6:37,5 Minuten waren sie unterwegs und somit 4,7 Sekunden schneller als St. Märgen 1. Für die Einheimischen starteten Luca Willmann, Sophie Saier, Raphael Schwer und Simon Stotz. Bei den Viererteams zählte jeweils die Laufzeit des dritten Zielankömmlings als Mannschaftsergebnis.

Ganz knapp fiel die Entscheidung um Bronze aus: Mit ihrer Zeit von 6:51,4 Minuten lagen Samuel Haury, Tobias Reinhardt und Max Braun als Dritte gerade mal 1,1 Sekunden vor der Grundschule Kirchzarten. Fünfter wurde St. Peter 1 vor Breitnau 1, St. Peter 2, Schluchsee 1, Feldberg 1, Waldau 2 und der Georg-Thoma-Schule Hinterzarten 1.