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28. August 2017

Leserbriefe

GEISTERWANDERUNG
"Eine meisterhafte Hexenleistung"
Zur Geisterwanderung in St. Märgen am 21. August schreibt eine begeisterte Besucherin:
Als ich am Montagmorgen in dieser Zeitung das Bild des Plattenwieble und der Hinweis auf die Wanderung im Pfisterwald sah, stellte ich mir eine kleine feine Sache vor und beschloss, hinzufahren und mitzumachen. Seit einigen Tagen bin ich als Schweizer Touristin in Titisee zu Gast und der Hotelchef von Brugger’s erklärte mir den Weg nach St. Märgen.

Beim Torbogen waren schon rund 200 Interessierte versammelt, vom Kind ab sechs Jahren bis hin zur Oma und dem Opa waren alle vertreten. Einheimische, wie mir schien, aber auch viele Urlaubsgäste. Manfred führte uns alle in einem über hundert Meter langen Lindwurm in und durch den Wald, mutmaßte immer wieder mit launigen Worten – in gemütlichem Dialekt, der uns Schweizer so anheimelt –, dass es eine gefährliche und ungewisse Reise geben könnte, ohne Rücksicht auf Verluste, alles sei eingeplant und könne passieren.

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Tatsächlich kam uns dann schon bald das Gruseln, es wurde geschrien, gelacht und gestaunt, wenn die Belzebuben und Hexen uns überraschten, wilde Gestalten auf den Bäumen hockten, ein verirrter Jäger auftauchte, das Plattenwieble am Feuer aus seinem männerfeindlichen Leben erzählte, die wilden Reiter vorbei preschten oder plötzlich aus dem Hexenhäusle Blasmusik ertönte. Dies alles wurde vom Erzähler Manfred geschickt in Geschichten und Sagen aus der Gegend eingepackt und seine Erzählungen wurden gleichsam lebendig. Nach knapp drei Stunden Marsch wurde am Schlussfeuer noch lange erzählt und gelacht. Zusammen mit den mitwirkenden Vereinen, bei Speckbrot und Suppe.

Gratulation zu dieser überaus gelungenen Geisterwanderung. Das war wahrlich eine meisterhafte Hexenleistung. Und dann alles noch kostenlos. Hoffentlich ist der Strohschuh dann aber mit freiwilligen Gaben doch noch voll geworden. Herzlichen Dank!

Ursula Fehr, Eglisau (Schweiz)

Autor: Ursula Fehr, Eglisau (Schweiz)