Musikverein mit sattem Gewinn

Alexandra Wehrle

Von Alexandra Wehrle

Di, 14. März 2017

St. Märgen

Trachtenkapelle ist auch bei der Jugendarbeit erfolgreich.

ST. MÄRGEN. Sein erstes Jahr hat der neue Vorstand der Trachtenkapelle problemlos gemeistert. Melanie Goldschmidt, Sprecherin des dreiköpfigen Vorsitzendenteams, berichtete bei der Hauptversammlung vom finanziell wohl erfolgreichsten Jahr der Vereinsgeschichte. Gut aufgestellt ist die Trachtenkapelle auch im Jugendbereich.

Melanie Goldschmidt und Schriftführerin Daniela Wörner informierten über die Aktivitäten, Rechnerin Heidi Goldschmidt über die Kasse. Neben Konzerten und Auftritten kam auch das Gesellige nicht zu kurz. Und natürlich wurde wieder fleißig geprobt, einmal pro Woche plus im November ein ganzes Wochenende. Besonders eingespannt war die Trachtenkapelle beim Rossfest: Sie stellte Festwirte zur Verfügung, leistete Arbeitseinsätze, umrahmte den Gottesdienst in der Schwarzwaldhalle und bereicherte den Festumzug. Die Maientour auf den Spirzen, die im Jahr zuvor wetterbedingt ausgefallen war, konnte nachgeholt werden.

Neben dem erfolgreichen Tanzabend spülte vor allem die alljährliche Alteisensammlung Geld in die Kasse. Ein Plus von rund 6000 Euro verzeichnete die Rechnerin. Weh taten den Musikern die Ausgaben für Steuern (über 2300 Euro) und den Steuerberater (fast 1300 Euro). Man arbeite für den Verein und die Jugend, sagte Melanie Goldschmidt und wiederholte die Kritik, die der frühere Vorsitzende Manfred Herrmann schon jahrelang geäußert hatte. Die Trachtenkapelle benötige Instrumente und Trachten, die anzuschaffen und in Stand zu halten seien. Da seien schnell hohe Beträge fällig. "Es ist schade, zu sehen, wie viel Geld wir immer ans Finanzamt abdrücken müssen. Ohne Steuerberater wäre die Bürokratie nicht zu bewältigen. Das Ehrenamt wird einem schwer gemacht, und die Wertschätzung durch die Politik fehlt."

Hannah Löffler leitet zusammen mit Stefanie Rohrer die Jugendabteilung. Auch hier wurde viel geprobt, und die Kinder und Jugendlichen durften mehrmals auftreten, etwa zum Abschluss des viertägigen Hüttenwochenendes, das in Hornberg stattfand, und beim Jahreskonzert an Weihnachten. 22 Jungmusiker spielen derzeit in der Jugendkapelle, fünf von ihnen auch bei den Großen. Daneben gibt es die Jüngeren, die noch nicht im Jugendorchester sind. 29 Kinder werden derzeit an der Jugendmusikschule unterrichtet. In Kürze beginnt für sie wieder ein Vororchester. Zudem können sie in der Schule in der Bläserklasse mitspielen, einer Kooperation von Trachtenkapelle, Schule und Jugendmusikschule (JMS). Diese sei bisher aber noch kein großer Erfolg, merkte Löffler an. "Drei Musiker pro Jahr sind noch etwas wenig." 29 Kinder werden derzeit an der JMS unterrichtet.

Von den Jungen haben mehrere ein Leistungsabzeichen abgelegt: Hannes Willmann, Justin Schuler, Fiona Hummel, Jonathan Hog (Junior), Jule Stöhr, Lena Saier (Bronze) und David Schlegel (Silber). Ins Hauptorchester gewechselt haben David Schlegel, Nina Simon, Florian Fehrenbach und Angelina Kleiser.

Insgesamt hat die Trachtenkapelle rund 280 Mitglieder. Von den 70 Aktiven sind 45 im Hauptorchester. Die fleißigsten Besucher der Proben und Auftritte waren Florien Fehrenbach, Georg Wehrle, Daniel Saier senior (dreimal gefehlt), Daniel Saier junior, David Schuler, Alois Huber (einmal gefehlt) und Manfred Herrmann (nie gefehlt).

Bürgermeisterstellvertreter Gerhard Dold zeigte sich erstaunt über die große Anzahl an Jungmusikern, die er immer in der Versammlung sah. "Das freut mich jedes Mal." Die Jungen seien der Garant für das Fortbestehen des Vereins. Dem neuen Vorstandsteam sprach Dold ein großes Lob aus. "Es hat gut geklappt", sie seien würdige Nachfolger von Manfred Herrmann. Auch Dold kritisierte die Steuerpflicht. "Die, die viel arbeiten, werden bestraft. Ein Verein, der schlampere und keinen Gewinn mache, müsse keine Steuern zahlen." Vereine müssten aber von etwas leben und Geld in der Kasse haben – auch, damit sie nicht am Tropf der Gemeinde hingen.

Als Vertreter der Gemeinde bat Dold um Mithilfe bei der 900-Jahr-Feier im kommenden Jahr. Das Vorbereitungsteam arbeite bereits an einem Programm fürs ganze Jahr 2018. "Es ist kein Umzug geplant, aber viele andere wunderbare Sachen." Es könne sein, dass der ein oder andere Verein nicht alle Termine wie sonst einhalten könne, sondern Veranstaltungen verschieben müsse. Dold lud die Trachtenkapelle zur Vereinsbesprechung im Juni ein. Dort sollen diese Dinge geklärt werden.