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24. Dezember 2010
St. Märgen: Landleben in Krippenlandschaften
Eine sehenswerte Ausstellung im Klostermuseum in St. Märgen beschäftigt sich mit Weihnachtsbräuchen.
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Papierkrippen in faszinierender Schlichtheit, aber auch reich verziert, werden in St. Märgen gezeigt. Foto: Eva Korinth
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Auch eine aufwendig gearbeitete Krippe im Schwarzwaldstil darf nicht fehlen. Foto: Eva Korinth
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Zum Nikolaustag bekannten früher die Kinder mit Kerbhölzern wie brav sie gewesen waren. Foto: Eva Korinth
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Krippen und sogar ganze Krippenlandschaften aus verschiedenen Ländern sind derzeit in der vielfältigen Weihnachtsausstellung im Klostermuseum in St. Märgen zu sehen. Foto: Eva Korinth
ST. MÄRGEN. Ganz besondere Kostbarkeiten rund um die Weihnachtszeit werden zurzeit im Klostermuseum St. Märgen gezeigt. Unter dem Motto "Licht strahlt in die Finsternis" sind Krippen, Christbaumschmuck und adventliches Brauchtum bis hin zu Dreikönig aus längst vergangenen Zeiten ausgestellt.
Es gibt eine überraschende Vielfalt zu entdecken: winzig kleine Jesusfiguren in Glaskästchen, filigranste Scherenschnitte, schlichter Weihnachtsbaumschmuck neben oranamentüberladenem und die unterschiedlichsten Krippen aus Holz und sogar aus Papier. Beim Besuch der Ausstellung empfiehlt sich die Teilnahme an einer Führung. Zwar informieren auch Tafeln über die Ausstellungsgegenstände, doch es ist noch viel schöner, wenn beispielsweise Lydia Schwär über altes Brauchtum erzählt.Einen eindrucksvollen Einblick bekommt der Besucher zudem über die Tage der Advents- und Weihnachtszeit mit ihren verschiedensten überlieferten Bräuchen. Zudem vermittelt die Ausstellung einen Eindruck vom Leben der ländlich-bäuerlichen Gesellschaft, die zu dieser Zeit früher neben besonderen Heiligenfesten, den Hochfesten Weihnachten und Dreikönig, auch Schlachttermine und die winterliche Arbeitspause in ihrem Kalender stehen hatten. Es gab im Volksglauben allerlei religiös-magische Vorstellungen und Praktiken. Sie sollten in der Zeit des Jahresübergangs Sicherheit und Vorausschau geben.
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Es ist auch eine Zeit, in der Maler, Schreiner, Schnitzer, handwerklich geschickte Frauen und Männer künstlerische Gegenstände, die den Glauben zum Ausdruck brachten, herstellten. Hinterglasbilder zeigen in leuchtend warmen Farben die Heiligen der Advents- und Weihnachtszeit sowie das Geschehen der Christgeburt. Liebevoll gefertigte Weihnachtskänsterle mit einem kleinen, in Spitzen und Rüschen eingewickelten Wachsjesulein wurden in einem Glaskästchen im Herrgottswinkel als einfache Krippe aufgestellt.
Mit großer Geschicklichkeit entstanden Weihnachtskrippen und eindrucksvolle Krippenlandschaften. Selbst im Schilddekor der Schwarzwalduhr finden sich vereinzelt Weihnachtsmotive. Auch das Herstellen des Weihnachtsgebäcks folgte alten Traditionen, und die umfangreichen häuslichen Vorbereitungsarbeiten waren Ausdruck der Vor- und Festfreude. All das wird in der St. Märgemer Ausstellung dargeboten.
Dargestellt sind auch zahlreiche Formen und Requisiten des Weihnachtsfestes, insbesondere aus dem 19. Jahrhundert, als mehr und mehr das städtische Bürgertum sich durchsetzte. Der Adventskranz, ein geschmückter Christbaum oder die Bescherung mit dem Christkind, setzten sich nach und nach durch. In den ländlichen Regionen des Schwarzwaldes fassten diese Festformen der bürgerlich-häuslichen Weihnacht erst zu Beginn des vorigen Jahrhunderts Fuß. Die Ausstellung erweist sich für die Besucher als abwechslungsreicher Gang durch die Advents- und Weihnachtszeit bis hin zum Fest Maria Lichtmess, das nach altem Brauch den Weihnachtsfestkreis beschloss.
Die Ausstellung ist noch bis zum 6. Februar zu sehen während der Öffnungszeiten im Klostermuseum St. Märgen: Jeden Sonntag von 10 bis 13 Uhr; am Mittwoch, 29. Dezember und 5. Januar, am Donnerstag, 30. Dezember, und am 6. Januar, von 10 bis 13 Uhr und von 14 bis 17 Uhr. Führungen finden an den Öffnungszeiten jeweils um 11 Uhr statt. Sonderführungen und weiter Öffnungszeiten können unter Tel. 07669/9118-0 erfragt werden.
Autor: Eva Korinth


