Waldkindergarten am Thurner geplant

Susanne Gilg

Von Susanne Gilg

Do, 14. Juni 2018

St. Märgen

Die Timeout-Jugendhilfe könnte das Kinderbetreuungsangebot in St. Märgen erweitern.

ST. MÄRGEN (sgi). Weil es im Kindergarten in St. Märgen – wie in anderen Nachbargemeinden auch – eng geworden ist, suchen Verwaltung und Gemeinderat nach neuen Möglichkeiten in der Kinderbetreuung. Eine davon ist ein Waldkindergarten, der auf dem Thurner bei der Timeout-Jugendhilfe seinen Platz finden könnte. Die Jugendhilfe betreut bereits einen Waldkindergarten im Freiburger Stadtteil Littenweiler. Am Dienstagabend ist das mögliche Konzept in der öffentlichen Sitzung des Gemeinderats vorgestellt worden.

"Bei den U-3-Kindern mussten Eltern schon vertröstet werden", sagte Bürgermeister Manfred Kreutz eingangs, der sich vor etwa einem Jahr gemeinsam mit Kindergartenleiterin Heike Zipfel den Waldkindergarten in Buchenbach angeschaut hat.

"Ist es tatsächlich nötig, in so einem schönen Ort wie hier einen Waldkindergarten einzurichten? Die Frage kann auch gestellt werden", sagte Ros Bleckmann, die den Timeout-Waldkindergarten "Die Eichbergkinder" in Littenweiler leitet und einen Einblick in ihre Arbeit gab. Sie sagte auch, dass nicht jedes Kind ein Waldkind sei, hob aber vor allem die Vorteile hervor, die ein Waldkindergarten biete: "Wenn die Bewegung bei den Kindern stimmt, dann wird auch die kognitive Reife unglaublich forciert."

Gemeinderat Herbert Mark fragte nach den genauen Plänen für den Waldkindergarten auf dem Thurner. "Wir brauchen zunächst eine Bedarfsplanung, dann können wir sehr viel konkreter werden", informierte Timeout-Geschäftsführer Daniel Götte. "Man muss aber nicht wahnsinnig viel Geld in die Hand nehmen – ich möchte da auch gar nicht viel Geld ausgeben, denn das Bescheidene ist in dem Fall das Bestechende", so Götte. Eine Jurte, also eine beheizbare Schutzhütte, könnte bei schlechtem Wetter Unterschlupf bieten, informierte Götte. Probleme, Personal zu finden, habe man in diesem Bereich der Pädagogik keine: "Bei uns melden sich sogar ständig Menschen, die in der Waldpädagogik arbeiten möchten." Das Konzept sei noch nicht in Stein gemeißelt, für Anregungen und Vorschläge sei man offen, so Götte.

Marks Ratskollege Manfred Herrmann fragte nach dem Einzugsgebiet des Waldkindergartens und danach, ob er Konkurrenz zum St. Märgener Kindergarten sei. "Ich sehe in Erziehung nie Konkurrenz – man macht ein Angebot, aber das ist nichts, womit wir dem bestehenden Kindergarten in irgendeiner Weise das Wasser abgraben", sagte Ros Bleckmann. Auf Gerhard Dolds Frage nach Hygiene und Brandschutz berichtete Bleckmann von strengen Vorschriften und lud dazu ein, sich auch vor Ort ein Bild zu machen.

Hausaufgabe für die Gemeinde sein nun, so Bürgermeister Manfred Kreutz, eine Bedarfsplanung in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt zu erstellen und mögliche Synergien mit Ü3 und U3 abzuklopfen.