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21. November 2009
Alkohol nicht verharmlosen
Eine Podiumsdiskussion in St. Peter hatte Missbrauch von Alkohol bei Jugendlichen zum Thema
ST. PETER. "Wenn viele Menschen kleine Impulse setzen, erreicht man auf die Länge der Zeit viele andere", zufrieden zog Natalia-Anna Rozpiorska vom Jugendbüro Kirchzarten, ihre Bilanz der Podiumsdiskussion "Jugend und Alkohol" im Pfarrheim St. Peter.
Namens des Veranstalters "Freundes- und Förderkreis Josefshaus St. Peter", begrüßte Alt-Bürgermeister Gottfried Rohrer die Versammlung. Auf dem Podium nahmen neben Bürgermeister Rudolf Schuler, Natalia-Anna Rozpiorska (Jugendbüro Kirchzarten), Petra Löffler (Leitungsteam Jugendclub St. Peter), Armin Gleichauf (Leiter Polizeiposten Kirchzarten), sein Kollege Thomas Karpf (Jugendsachbearbeiter) sowie der Mediziner Friedemann Hagenbuch, Chefarzt des ZFP Emmendingen, Platz.Das alltägliche und allgegenwärtige Genussmittel Alkohol ist "ein Zellgift mit ausgeprägt enthemmender Wirkung im Gehirn", so Hagenbuch. Statistisch führe Alkohol pro Jahr zu rund 56 000 Gewalttaten in Deutschland, 2,5 Millionen Kinder wachsen mit einem alkoholkranken Elternteil auf. Besorgnis erregt der steigende Konsum bei 12- bis 17-Jährigen, jeder Fünfte zwischen 12 Jahren und Erwachsenenalter betreibt Komasaufen, "Mädels holen dabei negativ auf." Damit rangiert Deutschland mittlerweile traurig auf Platz sechs in der Weltrangliste.
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Als Ursachen sehen Natalia-Anna Rozpiorska und Thomas Karpf die Gefahr durch Verharmlosung von Alkohol. "Jugendliche testen ihre Grenzen, kitzeln Risiko heraus, Verbote allein bewirken keinen verantwortungsbewussten Umgang mit der Droge.
Dennoch kennt auch St. Peter laut Bürgermeister Schuler Jugend-Alkohol-Probleme im Dorf. Das Thema werde im Gemeinderat aufgegriffen und auch im Konsens mit der Kirche beraten. Alle waren sich einig, Jugendliche sind in ihrem Reifeprozess auf der Suche nach Halt und Inhalt, weit verbreitet ist Angst um die Zukunft unter ihnen. Anstelle von Eltern trägt der neuen "Erziehungs-Begleiter" Internet mit unbegrenztem Zugang seinen Teil zur Verunsicherung bei. Zu "Aufmerksamkeit statt Wegschauen" appellieren die Verantwortlichen, an Familie, Schule, Ausbildung und Politik. Vor allem durch positives Vorleben, Gesprächsbereitschaft und Aufklärung.
Als hilfreicher Anwalt der Jugendlichen sieht sich das Jugendbüro, Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche. Armin Gleichauf berichtete von Deeskalation bei Veranstaltungen, es gebe geänderte Dienstzeiten zugunsten vermehrten präventiven Streife fahrens. Thomas Karpf stellte klar, "viele konsumieren, das zieht sich durch alle Schichten, aber nur ein kleiner Teil davon kommt in Konflikt. Auch wir sind offen für Information und Gespräche". Durch den Erfolg des Verbotes offizieller Zigarettenwerbung erhoffen sich die Diskussionsteilnehmer endlich ein solches in der Alkoholwerbung. "Warum muss eine Sportschau mit Bierwerbung beginnen?" wurde gefragt.
Autor: Monika Rombach
