Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.
07. Januar 2012
"Das Grundthema ist Veränderung"
"Heimatgeschichte von St. Peter – Gemarkung, Wald, Schule" heißt eine derzeitige Ausstellung im Pfarrheim.
ST. PETER. Auf den ersten Blick scheinen die drei Themen, die in der Ausstellung gezeigt werden, nicht richtig zusammenzupassen. Beim Betrachten der 19 Tafeln wird jedoch klar, in welchem Zusammenhang der Wald, die Schule und die Gemarkungen in St. Peter stehen. "Wir können in das eintauchen, was den Ort St. Peter prägt", erläuterte Pfarradministrator Stefan Meisert bei der Eröffnung der Ausstellung im Pfarrheim.
Die Initiatoren der Ausstellung, der Heimatgeschichtliche Arbeitskreis und das Bildungswerk St. Peter, zeigen, wie sehr die Entwicklung des Ortes mit der Waldwirtschaft zusammenhängt. Zahlreiche alte Schwarz-Weiß-Fotografien vom Beginn des 20. Jahrhunderts gewähren Einblick in Chroniken der Waldarbeiter, illustrieren, wie sich im Laufe der Zeit die Arbeitsmethoden im Wald veränderten, und lassen vor allem die jungen Besucher erahnen, wie vielseitig die damalige Waldarbeit organisiert war. Berufsbezeichnungen wie Holzspalter, Wellenmacher, Holzmacher, Wagnermeister oder Schindelmeister zeugen von dieser mittlerweile vergangenen Vielfalt. Die Bilder der Ausstellung erzählen demnach eine Geschichte aus der Vergangenheit, die aber nicht reine Chronik sein soll, sondern bis in die Gegenwart bis zum heutigen St. Petermer Handwerk reicht.Werbung
"Der Abriss des alten St. Petermer Schulhauses im Jahr 2010 war ausschlaggebend, das Thema Schule in St. Peter genauer zu beleuchten", erläuterte Adelbert Schwär, Leiter des Heimatgeschichtlichen Arbeitskreises. 1754 ließ Abt Steyrer dieses erste Schulhaus in St. Peter erbauen. Im Jahr 1823 wurde es den 210 Schülern in dem einzigen Schulraum des Hauses zu eng und der Lehrbetrieb zog in den heutigen Rathausbau in die Dorfmitte, während Fridolin Wehrle vom Steinhof das alte Schulhaus ersteigerte und mit seinen Nachkommen bis in die sechste Generation darin wohnte. "Das Grundthema der Ausstellung ist Veränderung", stellte Dr. Thomas Weber, Leiter des Bildungswerks, heraus. Und so erfährt der Besucher auch Interessantes über Entwicklungen, die sich am Rande von St. Peter zutrugen: Wegen der witterungsbedingten Schulversäumnisse der Schüler aus den Orten Sägendobel, Rohr, Platte und Kandelberg wurde zum Beispiel 1914 eine eigene Schule im Sägendobel errichtet, in der die Kinder bis 1973 unterrichtet wurden. Ergänzt wird die Entwicklung des St. Petermer Schulwesens noch durch umfangreiche, bebilderte Chroniken der Schuljahrgänge, die bis in das Jahr 1925 zurückreichen.
Von welchen Grenzen und Grenzsteinen St. Peter umgeben ist, zeigt schließlich noch die umfangreiche Arbeit des Ehepaares Elvira und Wolfgang Knauft. Zusammen mit Mitstreitern des Heimatgeschichtlichen Arbeitskreises suchten und dokumentierten sie von 1992 bis 2009 sämtliche Gemarkungssteine, vom Kandel bis Kapfenberg.
Musikalisch umrahmt wurde die Eröffnung der Ausstellung von der Zithergruppe St. Peter.
Autor: Christian John


