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30. Dezember 2011
Heilige Nacht im Hochschwarzwald
BZ-SERIE WEIHNACHTSZEIT – KRIPPENZEIT: Die Krippe der Pfarrkirche St. Peter im Stil eines bäuerlichen Schwarzwaldhauses.
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Mesner Franz Metzger mit der Weihnachtskrippe in der Barockkirche St. Peter. Foto: Monika Rombach
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Das Jesuskind auf dem Schoss von Maria. Foto: ro
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Mesner Franz Metzger mit der Weihnachtskrippe in der Barockkirche St. Peter. Foto: Monika Rombach
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Das Jesuskind auf dem Schoss von Maria. Foto: Monika Rombach
BREISGAU. Egal wie unterschiedlich sie auch sind – Jesuskind, Maria, Josef, Ochs und Esel gehören zu jeder Krippe. In der Serie "Weihnachtszeit – Krippenzeit" stellt die Breisgau-Redaktion Krippen in Kirchen und Wohnzimmern im Freiburger Umland vor, sowie Leute, die Krippen selbst bauen. Heute: die Krippe in der katholischen Pfarrkirche in St. Peter.
Eine stark beschädigte Orientalische Krippe prägte noch 1972 das Weihnachtsbild in der ehemaligen Klosterkirche St. Peter. Pfarrer Paul Wik wandte sich damals mit der Bitte um Ersatz an Pfarrgemeinderat Franz Metzger, den Landbriefträger, Kunstmaler, Naturliebhaber und gelernten Dekorateur.Wer heute an die Krippe der Pfarrkirche tritt, sieht sich einem Schwarzwälder Berghäusle vor dem Hintergrund der von Franz Metzger gemalten Kulisse des verschneiten Kandel mit seinen authentischen Höfen gegenüber. "Denn das Jesuskind kommt auch zu uns in den Schwarzwald, nach St. Peter!", begründete Franz Metzger senior einst seinen Entwurf. Am 1. Oktober 1973 lag das Modell vor – eine Nachbildung vom "Gummenhof". Die Bretter der kleinen Liegestatt (eigentliche Krippe) des Jesuskinds entstammen einem alten Schweinestall aus der Ränke. Das Berghäusle selbst baute Franz Metzger senior damals gemeinsam mit Gottfried Rohrer, damaliger Bürgermeisters des Dorfes, in dessen Holzwerkstatt. "Bei uns daheim wurden dann die neuen Schindeln farblich auf alt gemacht", erinnert sich Sohn Franz Metzger junior. Seit 35 Jahren ist er nun schon Mesner und Krippenbauer in der Pfarrkirche St. Peter. Seine Mutter Rosina Metzger nähte nacheinander die Kleider für den ersten Hirten und die weiteren Figuren im heimischen bäuerlichen Stil. Nur zweimal schnitzte der Urheber der Figuren, der Berliner Rudolf Heltzel, diesen Krippensatz. Das St. Petermer Pendant ist in einer Kirche in Bad Säckingen beheimatet.
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"Die beweglichen Glieder der Krippenfiguren ermöglichen es, jedes Jahr dem Verkündigungsauftrag auf eine andere Weise gerecht zu werden", freut sich Franz Metzger. Immer legt er "ein Stück der eigenen Lebensgeschichte oder derer, die ich im Herzen trage" mit in die Gestaltung hinein. Und jedem Betrachter wünscht er mit offenem Auge und Herz, "ein Stück seines Lebens in dieser Krippe zu entdecken".
Die Inspirationen des gemeinsamen Namenspatrons von Vater und Sohn, Franziskus von Assisi, trug von Anfang an zur Ausstrahlung ihrer Krippen bei. Der Legende nach regte der Heilige 1223 erstmals an, das Weihnachtsevangelium in Form einer lebenden Krippe in Greccio darzustellen.
Franz Metzger junior übernahm die Liebe seines Vaters zum Detail. Was gibt es da zwischen Stoffhimmel und Weidberg nicht alles zu entdecken! Weißes Tuch um Mariens Kopf und als Unterlage des Neugeborenen erhellt die Krippe. Der gesamte Aufbau ist auf das Zentrum mit Maria und Jesus ausgerichtet. Inmitten der Gegensätze des Lebens. Versinnbildlicht in üppigem Barock der Kirche. Der einfache Spatz sitzt zuvorderst auf der Krippe und der schlaue Fuchs weit abseits, vor seinem Bau. Am 6. Januar werden die Heiligen Drei Könige in gebotenem Abstand auf dem Weg nach oben zum Berghäusle sein, während der Hütebub schon von Heiligabend an, mit seinem Grashalm im Mund, in der Futterraufe der Krippe das Kind betrachtet.
Die Stellung der Figuren zueinander belebt die Szene: Hier das vorwitzig springende Schaf der Herde, links unten, wo Franz Metzger senior wenige Tage vor seinem Tod noch sein Kandel-Gemälde mit einer Schafherde ergänzte. An der Seite eine Magd, die Maria nicht nur ein Hemdchen, sondern auch einen Korb mit Brot bringt. Gesammelte Fundstücke der Erbauer ergänzen die Landschaft: Ein Stück Eichenholz aus der alten Leitplanke im Ibental, Hölzer vom Kandel und ein Sautrog aus dem Kinzigtal als Brunnen – sanft plätschert darin das Wasser. Neben dem Ameisenhaufen aus Tannennadeln steht der Holzklotz mit dem Spaltbeil, gebaut vom Großvater des Mesners. "Jedes Jahr finden sich nach Aufbau der Krippe über Nacht ein kleiner Frosch am Brunnentrog und ein Fliegenpilz im Wald", freut sich Franz Metzger. Bis vor kurzem war ihm unbekannt, wer dahinter steckt. Vogelnest, Eidechse, Maus und ein Schaf hat sein Bruder Alfred geschnitzt.
Die Weihnachtskrippe im linken Seitenschiff in der von Peter Tumb erbauten Barockkirche Peter und Paul schafft eine besondere Nähe zum Geschehen in der heiligen Nacht. Sie ist in ihrer Schlichtheit auch Ausdruck tiefer Frömmigkeit der vom christlichen Glauben geprägten Bewohner des Schwarzwaldes und findet alljährlich in der Weihnachtszeit den Zuspruch vieler Kirchenbesucher.
Autor: Monika Rombach


