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05. Januar 2012
Typische Art von Schwingung und Pulsierung
Südtiroler Alpenmusiker begeistern beim Konzert mit "Schwarzwälder Stubenmusik St. Peter" mit Improvisation und Spielfreude.
ST. PETER. "Echte Weihnachtsstimmung", "verzaubert vom Klang", waren nur einige der begeisterten Meinungen des Publikums zum Weihnachtskonzert des Instrumental-Ensembles "Schwarzwälder Stubenmusik St. Peter" und seiner Südtiroler Gäste, des Grödner Frauendreigesangs mit der Gitarrenbegleitung von Otto Dellago. Mit ihren Programm im Stil der überwiegend schriftlos überlieferten alpenländischen Volksmusik brachten die Musiker beim Weihnachtskonzert eine besinnliche Atmosphäre in die Pfarrkirche .
Schon zum dritten Mal nach 1998 und 2004 stimmte der "Grödner Frauendreigesang" im barocken Glanz der ehemaligen Klosterkirche seine Weisen an. Bewusst von jeder Volkstümelei befreit, trafen seine Weisen das Gemüt der Zuhörer.
Ein wichtiges Stilmittel der alpenländischen Volksmusik ist neben der Akkordbrechung auch der unterschwellige Tanzmusikcharakter. Was Instrumente als harmonischen Dreiklang vorgeben, brechen die Singstimmen frei improvisierend in Zwei- und Dreiklänge auf.
Musikalisch kennzeichnete die Stubenmusik mit Kathrin Kohout (Zither), Carola Schwär (Gitarre), Johannes Weiermann (Violine), Christoph Wirz (Klarinette) und Stefan Stange (Kontrabass) den alpenländischen Entstehungsraum mit ihren Melodien: Von "Elkofener Weihnachtsmusik" und "Inzeller Weise", "Marien-Stückl", "Hirtenmusik", "Langsamen Landler" bis "Pollinger Weihnachtsmusik" spannte sich der musikalische Rahmen.
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Dezent unterstützten Otto Dellagos sparsame Akkorde an der Gitarre den Grödner Frauendreigesang mit Monika Kelder Venturini als erste, Claudia Klöcker Morador als zweite und Petra Seifart Delazer als dritte Stimme. Traditionelle Volksweisen wie "Mitten im Winterschnee", "O freue dich Jerusalem" drangen freudig und überraschend ins Ohr, zärtlich mit "O schlafe lieblicher Jesu", fragend und beherzt mit "Wi isch denn im Schnee no a Wegl zu dir", "Brüader auf, lasst’s die Schaf net plärrn" und staunend über "Dunkelheit durchdringt die Welt" und "Ziagg a Stern übern Himmel". Besondere Innigkeit verlieh den Weisen "Jesu ist geboren" (Gejù e nasciú), "Der kleine Hirte" (L pitl paster) und "O Maria, unsere Mutter" (O Maria, nosta l’oma) die Sprache der Grödner.
Gemeinsam beendeten Frauendreigesang und Stubenmusik mit "Still o Himmel, still o Erde" ihr Konzert. Arno Zahlauer, Direktor des Geistlichen Zentrums St. Peter, spannte in seinen "Gedanken zur Weihnacht" den religionsgeschichtlichen Bogen von der Geburt des Christentums im Stall zu Bethlehem hin zur Klostergeschichte St. Peters.
Andächtig hatte das Publikum anderthalb Stunden den Klängen aus dem Alpenraum gelauscht, nun wurde kräftig applaudiert. "Wenn man in eine bis auf den letzten Platz besetzte Kirche kommt und alle Leute nur unseretwegen da sind, beflügelt das einfach", gab Klarinettist Christoph Wirz die Empfindungen im Ensemble wider. Für die Organisation des Konzerts bedankte sich das Ensemble bei Wolfgang Mecklenburg.
Wieviel künstlerische Freiheit der traditionellen Musik im Alpenraum gegeben wird, konnte die St. Petermer Stubenmusik erst vor Kurzem in Südtirol erleben, wo sie bei einem Besuch mit ortsansässigen Gruppen zusammentrafen. Die Stubenmusiker staunten dort, wie selbst junge Bläser die typische Art von Schwingung und Pulsierung der Blasinstrumente beherrschten.
Autor: Monika Rombach
