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13. Januar 2012

Zahlreiche Anspielungen auf Passagen des Alten Testamentes

WEIHNACHTSZEIT – KRIPPENZEIT: Auch Elemente der umliegenden Region sind in der Krippenlandschaft in der Lindlehof-Kapelle zu finden.

BREISGAU. Egal wie unterschiedlich sie auch sind – Jesuskind, Maria, Josef, Ochs und Esel gehören zu jeder Krippe. In der Serie "Weihnachtszeit – Krippenzeit" stellt die Breisgau-Redaktion Krippen in Kirchen im Freiburger Umland vor sowie Leute, die Krippen selbst bauen. Heute: die Krippe in der Kapelle des Lindlehofs in St. Peter.

Ob biblische Löwen oder Schwarzwald-Hasen, seit einigen Jahren errichtet Michael Maier in der Kapelle des Lindlehofs seine ungewöhnliche Krippe. Sie ist noch bis Maria Lichtmess zu sehen.

Etwas abseits des Kandelhöhenweges, mit fantastischer Aussicht in das Glottertal, liegt der Lindlehof. Seit 2009 bewirtschaftet Michael Maier das Anwesen, das 1112 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Zu diesem Hof gehört auch seit 1860 eine kleine Kapelle, in der Michael Maier seine Krippe aufgebaut hat.

"Einen Plan oder Entwurf gibt es vorher nicht. Die Krippe entsteht beim Bauen, sie ist also keine Krippe von der Stange", erklärt Maier. "Deshalb sieht sie jedes Jahr auch immer ein wenig anders aus. Dieses Jahr habe ich auf das Wasserrad verzichtet, weil es mir in den vorhergehenden Jahren immer eingefroren ist. Dass es dieses Jahr so mild ist, konnte man vorher ja nicht wissen", erzählt Maier.

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Taschengeld statt in Süßigkeiten in Krippenfiguren investiert

Die gesamte Landschaft wurde aus Naturmaterialien hergestellt: Maier verwendete Moos, Steine, Quarzsand und Baumwurzeln, um die Szenerie so natürlich wie möglich aussehen zu lassen. Nur die Krippenfiguren wurden im Laufe der letzten Jahrzehnte von ihm käuflich erworben. "Wenn andere Kinder ihr Taschengeld für Süßigkeiten ausgaben, habe ich mir Krippenfiguren gekauft" denkt Maier an seine Kindheit zurück.

Auf die Frage, was ihn zum jährlichen Krippenbau bewegt, berichtet Maier, dass auf dem Hof seiner Eltern in Niedersachsen schon immer Krippen standen. Einige Figuren in der Lindlehof-Kapelle stammen sogar noch aus dieser Zeit. "Ich bin ein gläubiger Mensch und mag es, solche Traumlandschaften zu bauen. Außerdem passt die Szenerie hervorragend in diese Kapelle" schwärmt Maier. Ungefähr 200 Figuren zieren die Krippe, darunter allein 120 Schafe. In den vielen kleinen Szenen, die die Besucher in der Krippe entdecken können, stecken zahlreiche Anspielungen auf Passagen des Alten Testamentes. So wird zum Beispiel eine Bärin von einer Kuh gesäugt oder ein Löwe grast friedlich neben einem Rehkitz. Beschreibungen dieser alttestamentarischen Szenen liefert Maier mit einem kleinen, selbst geschriebenen Plakat an der Kapellenwand.

Aber auch Elemente der umliegenden Region sind in der Krippenlandschaft zu finden. Tierische Vertreter wie Hasen und Ziegen oder ein Wegschild mit der Aufschrift "Hinterzarten-Feldberg" zeigen, dass für Michael Maier der Schwarzwald selbst in einer biblischen Krippe immer präsent ist. Kein Wunder, wenn man auf dem Lindlehof wohnt.

Info: Die Krippenausstellung in der Lindlehof-Kapelle ist noch bis Maria Lichtmess (2. Februar) täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Besucher biegen von der L 112 von St. Peter in Richtung Glottertal auf Höhe des Campingplatzes nach links in den Hornweg ab und folgen der Beschilderung rund dreieinhalb Kilometer bis zum Lindlehof.

Autor: Christian John