Fall Carolin G.

Staatsanwaltschaft Innsbruck erhebt Mordanklage gegen Catalin C.

dpa, pam

Von dpa & Patrik Müller

Mi, 20. Juni 2018 um 17:59 Uhr

Südwest

Dem vom Landgericht Freiburg wegen Mordes an der 27-jährigen Endingerin Carolin G. verurteilten Fernfahrer soll bald in Österreich der Prozess gemacht werden.

Im Fall einer 2014 in Tirol getöteten Studentin habe die Staatsanwaltschaft Innsbruck Mordanklage gegen den 41-Jährigen erhoben, so Thomas Willam, Sprecher der Staatsanwaltschaft Innsbruck am Mittwoch. Dem Fernfahrer Catalin C. wird in Österreich der Mord an der 20-jährigen Austauschstudentin Lucile K. in Kufstein zur Last gelegt.

"Unser Ermittlungsverfahren ist beendet –und deshalb wurde Anklage eingebracht", sagt Willam. Beginnen wird der Prozess erst dann, wenn der Bundesgerichtshof in Karlsruhe über die Revision entschieden hat - erst dann wird Catalin C. ausgeliefert. Willam: "Wir hoffen, dass wir den Angeklagten sobald als möglich aus Deutschland bekommen."

Verfahren in Österreich kürzer als in Deutschland

Am österreichischen Schwurgericht werden laut Willam acht Geschworene über Schuld und Unschuld des Angeklagten zu entscheiden haben. Diese bestimmen gemeinsam mit drei Profirichtern dann auch über das Strafmaß. Das wird sich in der Praxis wohl auch im Fall einer Verurteilung nicht ändern: Auf Mord steht sowohl in Deutschland als auch in Österreich eine lebenslange Haftstrafe.

Dafür wird das Verfahren in Innsbruck wohl deutlich kürzer werden als der Prozess in Freiburg: "Unsere Verfahrensbestimmungen sind in vielen Sachen anders, unsere Hauptverhandlungen laufen zügiger ab", sagt Willam. "Bei uns kommt es relativ oft vor, dass ein Mordprozess einen oder zwei Tage dauert. Dann geht das aber auch um acht Uhr oder neun Uhr morgens los und dauert bis in die Abendstunden."

Rückblick

Catalin C. war 2017 vom Landgericht Freiburg wegen Mordes und besonders schwerer Vergewaltigung zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Die Richter hatten unter Vorbehalt auch die Sicherungsverwahrung verhängt – die endgültige Entscheidung darüber würde erst in einigen Jahren fallen.

Zur Zeit läuft die Revision gegen das Urteil am Bundesgerichtshof in Karlsruhe. Eine Entscheidung wird noch vor der Sommerpause erwartet.



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