Brennet-Areal

Stadt hält Bistro nicht für ein Muss

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 16. Mai 2018 um 19:15 Uhr

Wehr

Das Bürgermeisteramt gibt bekannt, dass es auch auf das geplante Bistro auf dem Brennet-Areal als Gebäude verzichten kann.

Das Bürgermeisteramt der Stadt Wehr hat auf die Stellungnahme von Stephan Denk, dem Brennet-Chef und Investor des Brennet-Areals, geantwortet (BZ vom 15. Mai).

Für die Stadt handele es sich bei der Umwandlung des Brennet-Areals um die wichtigste städtebauliche Maßnahme in diesem Jahrzehnt, heißt es in dem Schreiben. Für die Umsetzung sei die Stadt gewillt alles Notwendige und im Rahmen geltenden Rechts sinnvoll mögliche zu tun.

Der größte Knackpunkt zwischen Investor und Stadt war das geplante Bistro auf dem Gelände. "Bezüglich des in den vergangenen Wochen immer wieder ins Gespräch gebrachten ’Bistros’ hat die Stadt bereits im Januar 2018 der Brennet schriftlich mitgeteilt, dass sofern das Gebäude aus Sicht der Brennet GmbH nicht wirtschaftlich zu betreiben sei, auch auf das gesamte Gebäude verzichtet werden könne." So heißt es darin: "Hinsichtlich Gebäude 2 (Anm. d. Red. gemeint ist das Bistro) ist die Nutzung frei verhandelbar, allerdings hätte eine gastronomische Nutzung einer Teilfläche des Gebäudes mit einer Aufwertung des davor befindlichen Platzes (...) wohl große Vorteile."

Die Stadt habe der Brennet GmbH zu keiner Zeit Vorgaben gemacht, heißt es in der Stellungnahme des Bürgermeisteramts. "Behauptungen über diesbezügliche ’überzogene Forderungen der Stadt’ sind frei erfunden", ist weiter ausgeführt. "Die vorliegenden Planungen sind bis ins Detail zwischen Brennet und Stadt abgestimmt. Beim Nutzungskonzept haben Vertreter der Stadt den Vertretern der Brennet Vorschläge unterbreitet, die als Gesprächsgrundlage dienen sollen", heißt es im Schreiben.

Die Planungen zum Brennet-Areal in Wehr seien von 2014 bis Herbst 2017 in enger Abstimmung zwischen den Vertretern der Brennet GmbH und der Stadt erfolgt. "Die Planungen sind bis ins Detail zwischen den Planungsbüros der Stadt und der Brennet abgestimmt und hatten im Sommer 2017 Genehmigungsreife erreicht. In keinem Fall sind Planungen der Stadt ohne Beteiligung der Brennet GmbH und keinesfalls über deren Kopf hinweg erfolgt. Bisher hat die Stadt Planungskosten von über 400 000 Euro für den in enger Abstimmung mit der Brennet GmbH erarbeiteten Bebauungsplan investiert", will das Bürgermeisteramt richtigstellen.

Die Stadt habe sich in Abstimmung mit der Brennet GmbH beim Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg und dem Regierungspräsidium Freiburg um die Aufnahme der Umwandlung des Brennet-Areals in das städtebauliche Sanierungsprogramm des Landes bemüht und sei in Rekordzeit in dieses Programm aufgenommen worden.

Dadurch bekommt das Projekt Brennet-Areal Fördergelder. "Derzeit ist vorgesehen, dass von den geschätzten 20 Millionen Euro Investitionsmittel für die Konversion des Brennet-Areals rund 5 Millionen Euro öffentliche Fördermittel eingesetzt werden, wovon die Hälfte vom Land und die andere Hälfte aus Mitteln der Stadt Wehr zu finanzieren sind. Hierfür sind im städtischen 2017-Haushalt 1,2 Millionen Euro und im 2018-Haushalt 0,6 Millionen Euro eingestellt, sodass bereits aktuell 1,8 Millionen Euro Fördermittel für das Brennet-Areal zum Abruf bereit stehen."