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11. Januar 2014

Stadt will helfen, das Kino zu retten

Bürgermeister Oliver Rein kündigt Gespräche mit dem Betreiber Fredo Mattheis an / Wird ein Förderverein gegründet?.

  1. Breisacher Kino Engel-Lichtspiele Eigentümer Fredo Mattheis Foto: Gerold Zink

BREISACH. Die Stadt Breisach will sich dafür einsetzen, dass das Breisacher Kino gerettet wird. Dies erklärte Bürgermeister Oliver Rein auf Nachfrage der Badischen Zeitung. Schon in den nächsten Tagen soll es ein Gespräch mit Fredo Mattheis, dem Betreiber des Lichtspielhauses, geben. Der Breisacher Rathauschef kann sich unter anderem vorstellen, dass die Volkshochschule, die bislang schon mit den Engel-Lichtspielen kooperiert hat, zusammen mit einem Förderverein das Kino weiter betreibt. "Die Rettung wird aber ein hartes Stück Arbeit", betonte Rein.

Wie bereits berichtet, hat Fredo Mattheis angekündigt, im Sommer dieses Jahres sein Kino zu schließen. Zum einen müsste er rund 100 000 Euro in die Technik investieren und zum anderen will er sich im Alter von 70 Jahren nicht mehr mit den Verleihfirmen herumärgern, die gerade den kleinen Kinos zum Teil sehr strenge Vorschriften machen.

Rein selbst kann sich Breisach ohne die Engel-Lichtspiele nicht vorstellen. Deshalb werde er alles in seiner Macht stehende tun, um das Kino zu retten. Ob dies tatsächlich gelingen wird, kann der Bürgermeister zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Jetzt gelte es zunächst einmal, alle Fakten auf den Tisch zu legen, verschiedene Gespräche zu führen und Lösungsvorschläge zu unterbreiten.

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Die Erneuerung der Projektoren, die ansteht, um die neuen digitalen Filme zeigen zu können, sieht Rein nicht als das größte Problem. "Viel wichtiger wird die Frage sein, wie das Kino dauerhaft am Leben gehalten werden kann und wer für die laufenden Kosten aufkommt", betonte er. Dabei hofft er auch auf die Unterstützung von Bürgern der Stadt. "Vielen Breisachern ist das Kino ans Herz gewachsen, da steckt viel Herzblut drin", fügt er hinzu. Es sei bislang schon bewundernswert gewesen, wie die Familie Mattheis die Engel-Lichtspiele geführt hätten.

Dabei ist dem Rathauschef klar, dass das Breisacher Kino in Konkurrenz mit den Lichtspielhäusern im Oberzentrum Freiburg steht. Komme zum Beispiel ein neuer James Bond in die Kinos, würden vor allem junge Leute sofort nach Freiburg fahren, um den Streifen zu sehen. Dennoch müsse es gelingen, den Weiterbetrieb der Engel-Lichtspiele zu sichern, "weil sie einen echten Mehrwert für Breisach bedeuten". Rein kann sich vorstellen, dass viele Breisacher bereit wären, in einem Verein für das Kino zu kämpfen.

Steigt die Volkshochschule mit ein?

Bereits vor etwa einem Jahr hat Mattheis nach Angaben des Bürgermeisters die Verantwortlichen der Volkshochschule davon unterrichtet, dass er in absehbarer Zeit aufhören wolle. Jetzt gelte es, mit dem Kinobesitzer weitere Gespräche zu führen und ein Gesamtkonzept zu stricken, um das Kino in Breisach zu halten. Dabei hofft Rein auch auf Zuschüsse des Landes. Zudem könnte er sich ein deutsch-französisches Rettungsprojekt vorstellen. In den Engel-Lichtspielen könnten vielleicht auch einmal französische Filme gezeigt werden.

"Wir werden nun Lösungsmöglichkeiten in alle Richtungen prüfen", kündigte Rein an. Denn Breisach wäre seiner Ansicht nach ohne das Kino kulturell ein Stück ärmer. Kontakt will er auch mit Personen aufnehmen, die sich mit dem Betrieb eines Kinos gut auskennen. "Das Oberziel muss die Rettung der Breisacher Engel-Lichtspiele sein", betonte Rein abschließend.

Autor: Gerold Zink