Steinen-Weitenau

Stallweihnacht: "Mama, ich hab’ ein Lama auf die Nase geküsst"

Anja Bertsch

Von Anja Bertsch

So, 16. Dezember 2018 um 18:41 Uhr

Steinen

200 Besucher erlebten eine tierisch gelungene Stallweihnacht im Weitenauer Lama-Stall mit wuscheligen Begegnungen.

Mit ihrer ganz besonderen Atmosphäre hat sich die Stallweihnacht auf dem Lama- und Sheep-Trekking-Hof von Uwe Braun und Nathalie Hinnenberger in Weitenau-Fahrnbuck längst zum Geheimtipp gemausert, der bei jeder Neuauflage im Nu bis auf den letzten Heuballen-Platz ausgebucht ist. Auch an diesem Wochenende erlebten etwa 200 große und kleine Gäste an zwei Abenden wieder ein stimmungsvolles Familienevent in der Vorweihnachtszeit.

Ambiente und Stimmung

Durchs Gatter hindurch geht es hinein in den alten, kühlen Stall, der mit seinem hölzernen Gebälk und dem duftigen Heuteppich eine wohlige Geborgenheit ausstrahlt. Heuballen bilden die Sitzreihen, in den Futtertrögen gibt es einige besonders kuschlige Logenplätze – nur für die kleineren Gäste versteht sich. Je nach ergattertem Plätzchen kann’s dabei schon sein, dass einem ein Mitglied der hofeigenen Lamafamilie neugierig über die Schulter linst, um zu sehen was da in seinem Revier heute über die Bühne geht: "Ganz schön was los hier – und wer sitzt da bitte in meinem Essen?!"

Sonderlich beeindrucken lassen sich die Tiere aber nicht vom ungewohnten Besucherandrang in den eigenen vier Tierwänden: Wenn der Hunger nun mal kommt, dann futtert es sich auch inmitten menschlicher Weihnachtsgesellschaft und einer kleine Hand im wuschligen Fell ganz vorzüglich. Drinnen im offenen Stall hat es dieselben frostigen Temperaturen wie draußen, an der frischen Luft, darauf haben die Veranstalter alle Besucher vorsorglich hingewiesen. Dick Einmummeln ist daher das Gebot bei einer jeden Stallweihnachts-Stunde.Ganz erfahrene Stallweihnachtsgänger haben deshalb eine Decke dabei, oder sogar den Schlafsack: Hauptsache es ist warm und kuschlig.

Geschichten und Gesang

Von der "Heubühne" gleich neben dem Weihnachtsbaum aus wird ein kleines Programm in Szene gesetzt. In den Weihnachtsgeschichten, die da vorgelesen werden, geht es um Freundschaft und Zusammenhalt, und neben den Eichhörnchen Pit und Pat hat auch Rudi, das rotnasige Rentier seinen großen Auftritt. Die Gäste – junge wie ältere – dürfen im Programm ganz unbedingt mitspielen: Beim gemeinsamen Weihnachtsliedersingen nämlich, das traute Stimmung unters Stalldach zaubert. Unterstützung gibt es dabei nicht allein vom Blockflötenspiel, sondern auch vom Blöken der drei Dutzend "Schöfli", die hier in weniger weihnachtsfeierlichen Zeiten ihr Zuhause haben.

Die tierisch lebendige Pause

Ebenso so spannend und stimmungsvoll wie das Programm ist die Pause bei diesem urigen Advents-Event: Menschliche Gäste und tierische Gastgeber tummeln sich gemeinsam auf dem Hofgelände, und gehen miteinander auf Tuchfühlung. Die Lamas sind dabei mindestens ebenso neugierig und offen wie die Zweibeiner. "Mama, ich hab ein Lama auf die Nase geküsst", lautet da die ultimative-glückselige Erfolgsmeldung der Kleinsten an ihre erwachsenen Begleiter. Neben derlei wuschligen Begegnungen sorgen Feuerschale, Kinderpunsch und Glühwein für Wärme von innen und außen.

Der Nikolaus auf dem Heustock

Was eine "Eil-E-Mail" den kleinen Besuchern schon gleich am Anfang verhieß, wird im zweiten Teil endlich wahr: Ein Poltern kündigt ihn an, dann steigt der Nikolaus vom Heustock herab zur Besucherschar. Einen wuscheligen Lockenbart hat er, viel Humor und ein großes Herz, das wird gleich klar. Er spricht – ganz ähnlich übrigens wie der Hofherr – ein erdiges Alemannisch und hat eine Geschichte voller Herzwärme im Gepäck, deren Botschaft er den Besucher neben einem kleinen Schokonikolaus und den trauten Eindrücken als wertvolles Geschenke mit auf den Weg gibt: "Das, wo me lieb het, isch viel meh Wert als alli Geschenkli". Fröhliche Weihnachten!