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27. September 2009 18:01 Uhr
Bundestagswahl
Starke FDP führt Schwarz-Gelb zum Wahlsieg
Angela Merkel bleibt Bundeskanzlerin – und kann dank einer starken FDP auf eine solide schwarz-gelbe Mehrheit bauen: Das ist das Ergebnis der Bundestagswahl. In Baden-Württemberg brechen die beiden großen Partien massiv ein.
BERLIN (BZ/dpa). Ein ausgezeichnetes FDP-Ergebnis sichert Merkel trotz des schlechtesten Abschneidens der Union seit 60 Jahren das Bündnis mit ihrem Wunschpartner. Die SPD mit Frank-Walter Steinmeier erlebte ein Debakel und muss nach elf Jahren an der Macht zurück in die Opposition – sie kam auf 23 Prozent. Sie fuhr das schlechteste Ergebnis seit 1949 ein und verlor so viel wie noch nie zuvor eine Partei bei einer Bundestagswahl.
Inklusive etlicher Überhangmandate für die Union kommt Schwarz-Gelb auf eine klare Parlamentsmehrheit von 322 gegenüber 290 Mandaten für Rot-Rot-Grün. Die Mehrheit im 17. Bundestag liegt bei 308 Sitzen. Aufgrund des Wahlergebnisses hätte es für Union und FDP auch ohne Überhangmandate zu einer knappen Mehrheit gereicht. Die FDP holte mit 14,6 Prozent das beste Ergebnis ihrer Geschichte. Grüne (10,7 Prozent) und Linke (11,9 Prozent)erzielten ebenfalls zweistellige Rekordergebnisse.
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In Baden-Württemberg sackte die CDU ab, die SPD allerdings noch mehr. Gernot Erler gewann in Freiburg landesweit das einzige Direktmandat für die SPD. Die Landes-FDP glänzte mit einem Ergebnis von mehr als 18 Prozent.
WAHLBETEILIGUNG AUF REKORDTIEF
Die Wahlbeteiligung sank auf den Tiefstand von gut 71 Prozent: Nur 44 Millionen der 62 Millionen Wahlberechtigten stimmten ab. Vor vier Jahren waren es noch 77,7 Prozent gewesen.
Merkel zeigte sich erfreut über den Wahlausgang: "Wir haben etwas Tolles geschafft. Wir haben es geschafft, unser Wahlziel zu erreichen, eine stabile Mehrheit in Deutschland zu schaffen in einer neuen Regierung." Sie werde schon an diesem Montag mit Westerwelle über einen Zeitplan für die Koalitionsverhandlungen sprechen. Auf die Verluste der Union ging Merkel nicht ein. Westerwelle sagte, das herausragende FDP-Ergebnis bedeute auch Verantwortung. "Wir wollen jetzt Deutschland mitregieren."
SPD-Kanzlerkandidat Steinmeier kündigte an, trotz des Debakels Fraktionschef im Bundestag und damit Oppositionsführer zu werden. SPD-Chef Franz Müntefering bekräftigte seine Aussage, dass er sich auf dem Parteitag im November zur Wiederwahl stellen werde. Intern drangen führende Sozialdemokraten aber auf einen personellen Neuanfang.
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Autor: dpa


