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27. Juli 2012

Statt eines Wohnhauses ein Weinlager

Weil der Denkmalschutz nicht mitspielte, plant das Gottenheimer Weingut Hunn sein Weintanklager an neuem Standort.

GOTTENHEIM. Das Weingut Hunn kann im Gottenheimer Ortskern sein Bertiebsgelände erweitern. Der Gemeinderat stimmte einem Bauantrag zur Errichtung eines neuen Weinlagers auf der dem Stammbetrieb gegenüberliegenden Seite der Rathausstraße zu.

Ursprünglich hatte die Familie Hunn neben der Volksbank in der Rathausstraße ein Wohnhaus bauen wollen, welches vom Landratsamt bereits genehmigt worden war. Nicht genehmigt wurde von Seiten der Denkmalschutzbehörde allerdings eine Umbaumaßnahme an der historischen Scheune der Winzerfamilie, die zur Aufstellung größerer Weintanks notwendig geworden wäre. Deshalb haben Hunns umdisponiert und auf der jüngsten Gemeinderatssitzung den Bau eines Lagergebäudes anstelle des geplanten neuen Wohnhauses beantragt.

12 mal 20 Meter misst die Grundfläche des geplanten Weinlagers. 10,80 Meter beträgt die Firsthöhe des Satteldaches mit 32 Grad Neigung, schilderte Bausachbearbeiter Andreas Schupp die Maße des Gebäudes. Ein Befreiungsantrag müsse lediglich für die geringere Dachneigung gestellt werden, da in der Straße ansonsten 40 Grad vorherrschten, sagte Schupp. Die geringere Dachneigung sei vom Bauherrn beantragt worden, um das Gebäude, das der Aufstellung von großen Stahlgebinden dienen soll, nicht noch höher bauen zu müssen. Die Dachneigung der geplanten Anbauten betrüge aus gestalterischen Gründen lediglich 7 Grad, jedoch würden auch diese, wie das Hauptgebäude, mit Ziegeln eingedeckt, auch um Lärm durch Niederschlag zu vermeiden.

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Neben der Dachneigung hatte man bei der Nachbaranhörung die Massivität des Gebäudes beklagt. Jedoch gilt für den fraglichen Bereich das Einfügungskriterium nach §34 BauGB. Das nebenstehende Volksbankgebäude sowie das zuvor geplante und ja bereits genehmigte Wohngebäude seien nur unwesentlich weniger wuchtig, gab Schupp zu bedenken. Um den Lagerhallencharakter so gering wie möglich zuhalten, sei zudem eine Verkleidung der Außenfassade mit Natursteinen geplant.

"Auch mir wäre ein Wohnhaus hier lieber gewesen", bekannte Bürgermeister Volker Kieber. Allerdings sei es ihm auch ein Anliegen, angestammte Betriebe im Ortskern zu halten. Außerdem seien vor dem Weinlager etliche Parkplätze vorgesehen, was die allabendlichen Parkpro-blematik vor der Straußwirtschaft des Weinguts entschärfen würden. Allein die vom Bauherrn gewünschte graue Ziegeleindeckung, so war man sich einig, soll durch eine der Nachbarschaft angepasste rote ersetzt werden. Dem Bauantrag wurde einstimmig stattgegeben; Miriam Engelhardt (Frauenliste) enthielt sich.

Autor: Julius Steckmeister


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