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31. Juli 2010
Berufsvorbereitung mal ganz anders
Schüler der Lilienhofschule engagierten sich ein Jahr lang im Jugendzentrum Staufen.
STAUFEN (BZ). Mit einem Abschlussfest feierten kürzlich sechs Schülerinnen und Schüler der Lilienhofschule das Ende eines erfolgreichen Projektes gemeinsam mit dem Jugendzentrum in Staufen.
Wie sieht das Leben nach der Schule aus und welche Fähigkeiten braucht man dafür? Vor genau einem Jahr beschäftigten sich die Lehramtsanwärterin der Lilienhofschule und die Jugendreferentin der Stadt Staufen mit diesen Fragen. Gemeinsam entwickelten sie ein Projekt, bei dem Schüler der achten Klasse eine Öffnungszeit des Jugendzentrums für alle zehn- bis 14-jährigen Jugendlichen aus Staufen leiten sollten. Ziel des Projektes war es, den Schülern einen Einblick in das Berufsleben zu ermöglichen und dafür wichtige Kompetenzen zu erlangen.
Interessierte Schüler konnten sich schriftlich für die Mitarbeit im Leitungsteam bewerben. Nach erfolgreichen Vorstellungsgesprächen unterschrieben sechs Schülerinnen und Schüler ihren ersten "Arbeitsvertrag" als Mitarbeiter im Jugendzentrum.
Seit einem Schuljahr bewältigen diese sechs Schüler nun unter dem Namen "Disc Club" viele verschiedene Aufgaben, die anfangs schwierig waren, dann aber immer selbstverständlicher wurden. Dazu zählten unter anderem die Entwicklung und Verbreitung von Werbung für die Öffnungszeiten und Aktionsangebote, Thekendienste mit Bedienung der Musikanlage und dem Verkauf von Lebensmitteln, Planung und Durchführung von Aktionen, der Umgang mit Kundschaft und die Arbeit im und als Team.
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Unterstützt und angeleitet wurden sie dabei von der Lehramtsanwärterin Uta Stöcklin und der Jugendreferentin Ellen Scheuble. Mit Hilfe eines individuellen Förderplanes gelang es jedem Schüler, seine eigenen Fähigkeiten und Entwicklungen immer wieder neu zu beurteilen und sich neue Ziele zu setzen. Auf diese Weise erwarben sie viele berufliche Kompetenzen, die für das Leben nach dem Schulabschluss wichtig sind.
Aber was bringt Jugendliche dazu, freiwillig und regelmäßig an solch einem Projekt teilzunehmen? "Ich mach das hier, weil es mir Spaß macht. Und man lernt auch was dazu", sagt Dominique. Und Jan ergänzt: "Ja, man lernt was fürs Leben. Zum Beispiel Mut."
Durch den Verkauf von Lebensmitteln hatte sich das Team über den Zeitraum von einem Jahr einen beachtlichen Gewinn erwirtschaftet. Dieser wurde wunschgemäß in eine Übernachtung im Jugendzentrum mit Nachtwanderung und in ein Abschlussfest mit einer Kletteraktion und Grillen investiert. Beim Abschlussfest im Kapuzinerhof erhielt jeder Schüler für seine gute Arbeit ein Arbeitszeugnis, in dem die erworbenen Kompetenzen hervorgehoben wurden. Dieses Zeugnis können die Schüler für spätere Bewerbungsschreiben nutzen, es wird die Chancen auf einen Ausbildungsplatz verbessern.
Aufgrund der positiven Rückmeldungen der Schule, des Jugendreferats – einer Kooperation mit dem SOS-Kinderdorf Schwarzwald, der Eltern, der Berufseinstiegsbegleiter und nicht zuletzt der beteiligten Schüler wird das Projekt im kommenden Schuljahr für die neue achte Klasse der Lilienhofschule wieder angeboten.
Autor: bz
