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02. März 2009

Chinesische Flagge zu Ehren der Gäste

Erster Schüleraustausch: Junge Chinesen aus Wuhan besuchen die Gymnasiasten des Faust-Gymnasiums

  1. china Foto: privat

STAUFEN (BZ). Die erste Überraschung für die Besucher aus China bot sich auf dem Frankfurter Flughafen, wo sie schon erwartet wurden: "Hier spricht man sogar Chinesisch!" Denn zur Begrüßung der 22 Schülerinnen, Schüler und Lehrer aus dem zentralchinesischen Wuhan waren einige Teilnehmer des Chinesischkurses zusammen mit ihrer Lehrerin Wen Mao-Eberbach und der seit Beginn des Schuljahres dem Faust-Gymnasium zugewiesenen ersten chinesischen Fremdsprachenassistentin in Südbaden, Yang Yang, angereist.

Für das Faust-Gymnasium ist Chinesisch sprechen eigentlich nichts Neues, kann man doch seit Beginn dieses Schuljahres dort diese Sprache nicht nur in einer Arbeitsgemeinschaft erlernen, sondern sogar als Abiturfach wählen. Auch chinesische Austauschschüler gehören zum Schulalltag, da das Gymnasium seit 2005 eine Partnerschaft mit der Shidong-Schule in Schanghai pflegt. Zum ersten Mal jedoch war eine Schülergruppe aus Wuhan für zwei Wochen zu Gast am Faust-Gymnasium.

Im Oktober 2008 waren bereits einige Schüler aus Staufen für einige Tage zu Besuch an der No.1 Middle School Attached to Central China Normal University in Wuhan. Alle waren beeindruckt von der Größe, der modernen Ausstattung und dem pädagogischen Konzept dieser Schule, die zu den zehn besten in China zählt. Besonders begeistert waren die Jugendlichen aber von der Freundlichkeit und Offenheit der dortigen Schüler, und schnell entstanden Freundschaften.

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Auf chinesischer Seite war deshalb der Wunsch groß, die Heimat und den Schulalltag der neuen Freunde kennenzulernen. Kurz entschlossen wurde ein Besuch Ende Januar im kalten Deutschland vereinbart. Hinzu kam noch der Wunsch von chinesischer Seite, zukünftig Deutsch als Fremdsprache einzuführen, und das Angebot, den Chinesischunterricht am Faust-Gymnasium aktiv zu unterstützen.

Durch Kontakte des "China-Projekt"-Leiters Jürgen Eberbach zur Deutschen Botschaft in Peking und zum Pädagogischen Austauschdienst in Bonn wird die Schule in Wuhan nun offizielle "Pasch"-Partnerschule des Programms "Schulen – Partner der Zukunft", welches von Außenminister Steinmeier vor einem Jahr begründet wurde.

Damit wird der Deutschunterricht in Wuhan durch das Goethe-Institut gefördert. Für die chinesischlernenden Staufener Schüler besteht die Möglichkeit, in der Oberstufe für drei Wochen die Schule in Wuhan besuchen zu können. Der offizielle Partnerschaftsvertrag zwischen beiden Schulen soll demnächst während eines Besuchs der Schulleitung aus Wuhan am Faust-Gymnasium unterzeichnet werden.

Erst einmal aber genossen die in Ein-Kind-Familien aufgewachsenen chinesischen Gäste das deutsche Familienleben, das Essen und die saubere Luft im winterlichen Schwarzwald. Weitere Highlights der zwei Besuchswochen waren ein Schneetag auf dem Belchen, der Besuch des Thermalbads in Bad Krozingen, ein Orgelkonzert in St. Trudpert, die Besichtigung der Firma IKA, ein Ausflug nach Basel, eine Führung durch den Winzerkeller in Staufen und nicht zuletzt ein Empfang bei Bürgermeister Michael Benitz im Rathaus. Besonders berührt waren die Besucher von der chinesischen Flagge, die zu ihrer Begrüßung vor dem Rathaus wehte. Einen Hauch von Weltpolitik im Kleinen konnte man im Faust-Gymnasium auch spüren, als eine Delegation von Elite-Schulleitern und Vertretern des Bildungsministeriums aus Taiwan, die auf Einladung des Goethe-Instituts in Deutschland weilte, angeregt mit der Gruppe aus Wuhan über die Bildungssysteme in den beiden chinesischen Staaten diskutierte.

Nach einem tränenreichen Abschied wurde dann der Rückflug nach Peking angetreten – bei vielen mit der Gewissheit, vielleicht im Juli während der chinesischen Sommerferien zu einem erneuten Besuch nach Staufen kommen zu können, oder doch zumindest im Oktober die deutschen Freunde in Wuhan wiederzusehen.

Autor: bz