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13. Oktober 2009 17:56 Uhr

Nachwuchswettbewerb "Invent a Chip"

Erneut siegen Staufener Schüler

Den ersten Preis beim Nachwuchswettbewerb "Invent a Chip" geht an Felix Breucha und Gerd Lindner vom Faust-Gymnasium in Staufen. Die Schüler entwickelten ein System, das Herz-Anomalien und Tinnitus-Geräusche im Schlaf überwacht

  1. Die beiden Sieger Felix Breucha (links) und Gerd Lindner. Foto: Veranstalter

STAUFEN (BZ). Sie kommen aus der Hightech-Tüftlerschmiede von Winfried Sturm und haben der Hardware-AG des Faust-Gymnasiums in Staufen jetzt einen weiteren tollen Erfolg beschert. Das "soft-sleep-system-X3" von Felix Breucha und Gerd Lindner (beide 18) erreichte als bester Mikrochip aus Schülerhand des ersten Platz beim weltweit einmaligen Nachwuchswettbewerb "Invent a Chip".

Zunächst war eine effektive Ein- und Durchschlafhilfe für Tinnitus-Patienten das Ziel des Teams, doch es wurde im Wettbewerbsverlauf viel mehr daraus: Ein Chip, der Herz-Anomalien und Tinnitus-Geräusche im Schlaf checkt. "Eigentlich hatten wir uns weniger vorgenommen, als wir dann letztendlich fertig gestellt haben. Features wie den Hörvermögenstester und die Pulsüberwachung zur Warnung vor kritischen Werten haben wir am Anfang noch gar nicht eingeplant", sagt Felix Breucha. Jetzt erfasst das innovative "soft-sleep-system-X³"-Mikrochip-Design während des gesamten Schlafverlaufs über kabellose analoge und digitale Sensoren den Herzpuls sowie Bewegungs-Tendenzen, die dann in einem entsprechenden Speicher gesichert werden.

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Dies ermöglicht neben sofortiger Kontrolle und Überwachungsfunktion zusätzlich die Datenabfrage über eine Schnittstelle. So ist beispielsweise eine Analyse durch den Facharzt möglich und damit auch eine Frühdiagnose und Prävention potenzieller Herz-Anomalien. Zusätzlich können Töne im Hörbereich erfasst werden, womit sich die subjektiv empfundenen Tinnitus-Geräusche eingrenzen und besser für den Arzt beschreiben lassen.

Am Anfang stand zunächst eine gute Idee. Schon oft hat die Hardware AG des Staufener Faust-Gymnasiums in den vergangenen 25 Jahren unter Leitung ihres Gründers, Diplom-Physiker Winfried Sturm, mit raffinierten technischen Innovationen überzeugt, die Menschen Erleichterung und Hilfe verschaffen. Nur ein halbes Jahr später präsentiert das engagierte Forscher-Duo seinen eigenen Mikrochip, der in modernster Silizium-Technologie produziert wird, dem interessierten Publikum.

Die Sieger, die sich unter mehr als 1600 Teilnehmern durchgesetzt haben und deren Vorschläge aus über 250 Projektideen ausgewählt wurden, stellen ihre neuen Mikrochipdesigns noch bis einschließlich morgen, Mittwoch, beim VDE/BMBF-Mikrosystemtechnik-Kongress in Berlin Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft vor. "Bereits zum achten Mal haben wir gemeinsam mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung diesen Wettbewerb initiiert, um den Nachwuchs für die spannenden Seiten der Technologien zu begeistern," so der VDE-Vorsitzende Heinz Zimmer.

Insgesamt zwölf Teams hatten die Chance, in der Praxisphase zu Chipdesignern zu avancieren und nach einem dreitägigen Workshop an der Leibniz Universität Hannover mit Profis an ihren Ideen zu arbeiten. Für Frieder Meyer-Krahmer, Staatssekretär des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, ist das eine Besonderheit: "Die praktische Talentförderung ist unser Ziel. Wenn es uns gelingt, junge Menschen für die Innovationen und Technologien der Zukunft zu begeistern, sind wir einen großen Schritt weiter auf dem Weg, wieder eine der führenden Bildungsnationen zu werden."

Felix Breucha und Gerd Lindner haben in den letzten Wochen und Monaten viel Zeit in ihren Entwurf investiert. Die Experten aus Hannover standen dafür mit den Schülern in engem Kontakt. Das Engagement hat sich gelohnt. Neben dem mit 3000 Euro dotierten ersten Platz können sich die Schüler über die Aufnahme ins Auswahlverfahren für ein Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes sowie Kontakte zu Industrie und Hochschulen und Einladungen zu Projektpräsentationen auf Messen freuen. Außerdem lädt die Robert Bosch GmbH die Prämierten zu einem mehrtägigen Praktikum nach Reutlingen ein.

Mehr Informationen im Internet unter http://www.invent-a-chip.de

Autor: bz