"Es geht nur, wenn sich alle voll reinhängen"

geh

Von geh

Fr, 29. Januar 2016

Staufen

BZ-INTERVIEW mit Kerstin Bögner, die zusammen mit 75 Sängerinnen und Sängern Mendelssohns "Elias" auf die Bühne bringt.

STAUFEN. Mit dem Oratorium "Elias" von Felix Mendelssohn Bartholdy führt der Kammerchor Staufen am kommenden Wochenende ein großes sinfonisches Chorwerk in Kirchhofen und Staufen auf. Unter der Leitung von Kerstin Bögner wirken 75 Sängerinnen und Sänger, ein vierzigköpfiges Orchester und sieben Solisten mit. Gabriele Hennicke hat Kerstin Bögner zwischen den letzten Proben gesprochen.

BZ: Warum gerade der "Elias", Frau Bögner?
Bögner: Der Elias ist ein hochdramatisches Werk. Nach der Johannespassion 2010 und dem Mozart-Requiem 2011 wollten sowohl der Chor als auch ich wieder ein großes Werk aufführen. Im "Elias" ist alles drin: starke Chöre, filigrane Ensembles, wunderbare Soloarien voller Dramatik, er ist einfach wunderbar komponiert.
BZ: Es geht in diesem Werk um das Leben und Wirken des Propheten Elias. Was spricht uns heute davon an?
Bögner: Elias ist ein Mensch, der wie wir alle Licht und Schatten in sich trägt. Es gibt Stellen, in denen er in tiefe Depression versinkt und keine Kraft mehr hat, Gottes Auftrag zu erfüllen, dann schöpft er wieder Mut und verfolgt seinen Auftrag kraftvoll weiter. Diese inneren Prozesse bildet die Musik wunderbar ab. Es geht ja inhaltlich auch um den Kampf zwischen den Baalsgläubigen und den Gottesgläubigen und um das Thema Toleranz. Damit ist das Werk in übertragenem Sinne hochmodern.
BZ: Wie stemmt ein Chor, der hauptsächlich aus Laien besteht, solch ein großes Projekt?
Bögner: Das geht nur, wenn sich alle reinhängen. Das Projekt kostet 25 000 Euro, die müssen durch Spenden, Werbung und Eintrittsgelder wieder reinkommen. Der Chor hat etwa ein Jahr für das Konzert geprobt, das war eine sehr lange Probephase. Das Probewochenende im Theodor-Egel-Saal des Bachchors in Freiburg war sehr motivierend.

Zur Person: Kerstin Bögner leitet den Kammerchor Staufen seit 1999. Die 44-Jährige studierte Chor- und Ensembleleitung, Blockflöte und Gesang und lebt in Staufen.
Info zum Konzert: Elias, Oratorium von Felix Mendelssohn Bartholdy, Kammerchor Staufen, Collegium Musicum Staufen, Susanna Schnell (Sopran), Franziska Gündert (Sopran), Regina Faller (Sopran), Johanna Rademacher (Alt), Edda Güntert (Alt), Nikolaus Pfannkuch (Tenor), Georg Gädker (Bass); Heute, 29. Januar, 20 Uhr, Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt, Kirchhofen; 31. Januar, 17 Uhr, Kirche St. Martin, Staufen. Tickets : Touristinfo und Goethe-Buchhandlung in Staufen und Buchhandlung Pfister in Bad Krozingen.