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11. Mai 2010

Frauenchor "Voices inTakt": Gotteslob als Hörerlebnis

Geistliches Konzert mit Frauenchor "Voices inTakt", der Choralschola des Kammerchores Staufen und Streichquartett in St. Martin.

  1. Temperamentvolles Dirigat: Kerstin Bögner beim geistlichen Konzert in der Martinskirche Foto: Hans Jürgen Kugler

STAUFEN. Ein anspruchsvolles, vielseitiges Programm quer durch alle Stilepochen erwartete am Sonntag die zahlreichen Zuhörer bei dem geistlichen Konzert in der Martinskirche Staufen. Chorleiterin und Dirigentin Kerstin Bögner hatte mit dem Frauenchor Voices inTakt, der Choralschola des Kammerchores Staufen und dem Staufener Streichquartett ein Kompendium geistlicher Musik aus Großbritannien und gregorianischer Gesänge zusammengestellt, das der Struktur einer lateinischen Messe folgte.

Nach dem einleitenden Kyrie, das die Choralschola von der Empore herab intonierte, ließen die Streicher des Streichquintetts pizzicato die Tränen bei "Drop slow tears" des zeitgenössischen Komponisten Kerry Andrew tropfen, die der Chor mit Schwebungen und Melismen zu einem schon transzendent zu nennenden Hörerlebnis verwandelte.

Nach dem Gloria erklang das machtvolle Gotteslob von Bob Chilcott (Psalm 150), in weitausholenden Bögen und treibenden Rhythmen. Barocker Wohlklang dann beim Alleluia von William Boyce, das eine immense Steigerung in der Intensität auszeichnete. Dem Wechselgesang des Credo folgte mit einer Fantasia von Henry Purcell ein Meisterstück barocker Consortmusik, vom Streichquintett warm und empfindungstief interpretiert.

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Sanctus: Aus dem Nichts, wie aus fremden Ländern herübergeweht, erklingen langgezogene Töne einer Blockflöte, über die sich bald ein entrückter Sopran erhebt (O aeterne Deus, Hildegard von Bingen) – eine solistische Glanzleistung von Kerstin Bögner. Von Alan Smith (Holy, holy, holy!) und Alan Bullard (Ubi caritas) waren wieder zeitgenössische, aber harmonisch gesetzte Chorsätze zu hören. Im Agnus dei fällt die kontrastreiche zweisätzige Fantasia von Purcell auf, neben dem wohl temperierten, innig in den Streichern dargebotenen Lamb of God von Samuel Webbe.

A cappella stimmte der Frauenchor wieder als Wechselgesang im Regina Coeli das Ave Maria von Zoltán Kodály an. Nach dem Magnificat und Nunc dimittis von F. H. Shera ließen der Frauenchor abschließend gemeinsam mit der Choralschola und den Streichern machtvoll die inbrünstig vorgetragene Bitte um Friede (Da pacem) von Melchior Franck erklingen.

Der nicht enden wollende Applaus erforderte zwei Zugaben, dem Chöre und Ensemble gern mit einem Gaudeamus im Swingrhythmus und der feierlichen Hymne "The Lord bless you" von John Rutter nachkamen.

Autor: Hans Jürgen Kugler