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20. Februar 2016

Für ein volles Haus gesorgt

WIE WAR’S BEI...Ministerpräsident Winfried Kretschmann, der am Freitag zum Bürgerdialog nach Staufen gekommen ist?.

  1. Winfried Kretschmann (links) im Gespräch mit Bärbl Mielich und Moderator Dirk Kron Foto: Barbara Schmidt

STAUFEN. Volles Haus in Staufen: Der Besuch von Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat am frühen Freitagabend rund 600 Besucher in die Belchenhalle gelockt. Der Grünen-Kreisverband sowie der Ortsverband Staufen-Münstertal hatten zum Bürgerdialog zur besten Wahlkampfzeit geladen.

Der erste Eindruck
Für 16.45 Uhr war der Auftritt Kretschmanns angekündigt. Bereits um kurz nach vier wird es eng bei der Parkplatzsuche in der Nähe der Belchenhalle. Drinnen dauert es nicht lange, bis sich die Stuhlreihen füllen. Ernst dreinschauende Security-Männer mit Knopf im Ohr kontrollieren die Stuhlreihen. Alle warten mit Spannung, wann er denn nun kommt.

Das Publikum
Die Zuhörerschaft ist bunt gemischt: Vom Kleinkind auf dem Schoß der Mutter über den Schüler bis hin zu vielen Rentnern ist alles vertreten. 600 Besucher finden auf den Stühlen Platz, für einige mehr bleiben letztlich nur noch Stehplätze. Die Strahlkraft des Ministerpräsidenten zieht auch viele Nicht-Grüne an.
Die Ankunft

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Das Staufener Brass-Kollektiv wählt für den Ministerpräsidenten Rossinis Wilhelm-Tell-Ouvertüre als Einlaufmusik – Vielen als klassische Komödienmelodie in Reiterszenen bekannt. Dann betritt Kretschmann (ohne Pferd, aber unter viel Applaus) umzingelt von Kameras die Halle. Er hat rund 20 Minuten Verspätung, kommt direkt aus dem Martinsheim, wie Dirk Kron, Moderator des Bürgerdialogs, berichtet. Landtagsabgeordnete Bärbl Mielich empfängt ihn.

Der Stargast
Bevor er zur Politik übergeht, vergisst Kretschmann nicht, seinen "sehr, sehr schönen Urlaub auf einem Campingplatz in Staufen" zu erwähnen. Anschließend geht es ihm um die Themen Bildung und Infrastruktur, die die Landesregierung vorangebracht habe. Baden-Württemberg sei ein wichtiger Wirtschaftsstandort, aber auch ein landschaftlich schönes Land – "wir müssen beides im Blick haben, damit die Natur nicht unter die Räder kommt". Auf die Flüchtlingskrise kommt er auch zu sprechen. "Wir wollen denen Schutz gewähren, die Schutz brauchen." Die Krise könne man nur Schritt für Schritt und europäisch lösen. "Nationale Grenzen zu schließen, wäre ein Rückwärtsgang für Europa." Auch die Energiewende schneidet er an: "Wir müssen nicht nur etwas gegen den Klimawandel tun, wir können es auch."

Was die Zuhörer wissen wollen
Das Publikum durfte seine Fragen auf vorbereiteten Zetteln notieren, die Moderator Kron im Anschluss an Kretschmanns Kurzvortrag zückt. "Stehen Sie für die Kanzlerkandidatur zur Verfügung?", will ein Bürger wissen. Die Antwort ist knapp und kommt schnell: "Nein." Und damit geht’s gleich zur nächsten Frage weiter. "Warum lassen Sie eine Verschlechterung der Bildungspolitik zu?" Man habe den Weg nicht so weitergehen können wie bisher, meint Kretschmann. Wichtig sei die individuelle Förderung der Schüler. Er setze auf moderate Reformen. "Wir wollen mit den Kindern nicht experimentieren." Die nächste Frage betrifft die Abschaltung des Atomkraftwerks in Fessenheim. "Wir machen bei jeder Gelegenheit Druck in Frankreich." Weiter geht’s mit der Rheintalbahn. "Das Bauen von Schienen ist Aufgabe des Bundes und der Bahn. Der Landeshaushalt ist dafür nicht gemacht", sagt Kretschmann. Eine andere Frage dreht sich um Perspektiven für kleinbäuerliche Familienbetriebe. "Wir müssen die Vermarktung regionaler Produkte forcieren." Landwirte bräuchten weitere Standbeine, wie den Tourismus.

Fazit
Der Ministerpräsident gibt sich locker, lässt am Ende Selfies mit sich schießen. Die hohe Besucherzahl zeugt vom großen Interesse an der Person Kretschmann.

Autor: Nikola Vogt