HINTERGRUND

Rainer Ruther

Von Rainer Ruther

Mi, 05. September 2018

Staufen

Die Chronik der Ortsumfahrung Staufen

» 1939: erste Strichzeichnung einer neuen "strategisch wichtigen Straße" um Staufen herum

50er-Jahre: Der Durchgangsverkehr wird durchs Städtle geführt – Gedanken über eine Umfahrung kommen wieder auf, weil der immer stärkere Autoverkehr durch die engen Straßen zunehmend unerträglich wird.

» 1970: Entlang des Neumagens wird eine "kleine Umgehung" für den Verkehr freigegeben, und die Innenstadt von Staufen wird zur Fußgängerzone.

7.12.1973: Eingemeindung von Grunern – die Trasse für die Umfahrung soll auf die Gemarkungsgrenze.

» Anfang der 90er-Jahre: Gegen das Wohngebiet Wolfacker legt der Bürgerverein Grunern Einspruch ein – das Baugebiet liegt zu nahe an der Trasse der Umfahrung – sie wird daraufhin Richtung Grunern verschoben.

In den 90er-Jahren: Die CDU-geführten Landesregierungen verschieben den Beginn der Planungen mehrfach wegen angespannter Finanzen.

» frühe 2000er Jahre: Der Gemeinderat von Staufen fordert die Wiederaufnahme der ruhenden Planung.

23.11.2005: Erörterungstermin nach Vorstellung eines ersten Bauplans

» 5.11.2007: Planfeststellung beginnt mit Offenlage der Planungen

20. Juli 2010: Erörterung in Staufen

» 26.11.2011: Der Gemeinderat lehnt mit 11 zu 10 Stimmen eine Ausführung der Straße in zwei Bauabschnitten ab.

November 2013: Die Straße steht auf einer Vorrang-Liste des Verkehrsministeriums; gebaut werden kann allerdings erst nach Rechtssicherheit.

» Dezember 2013: Der Petitionsausschuss des Landtags beschäftigt sich mit der Umfahrung und spricht sich für einen Bau in zwei Abschnitten aus.

Januar 2014: Baurecht durch umfangreichen Planfeststellungsbeschluss

» April 2014: Beim Verwaltungsgericht Freiburg wird Klage gegen den Beschluss eingereicht – parallel Bemühungen um außergerichtliche Einigung.

20. März 2015: Der Großteil der Klagen wird durch eine Abmachung zurückgenommen. Sie sieht vor: Bau des ersten Abschnitts, dann Verkehrszählung, dann Entscheidung über den Bau des zweiten Abschnitts.

» 30. Juni 2016: Das Regierungspräsidium teilt der Stadt mit, "… dass Haushaltsmittel ab 2018 für die Ortsumfahrung im Bauprogramm eingeplant sind". Damit rückt zum ersten Mal der Bau der Umfahrung in greifbare Nähe.

März 2017: Vorarbeiten an mehreren Stellen der Trasse – Bodenproben, Rammsondierungen und Bohrungen bis in zehn Meter Tiefe. So erhalten die Experten umfangreiche Kenntnisse über den Baugrund.

» September 2017: Ein letzter Stolperstein wird nach einer Klageandrohung von Bewohnern der Straße Im Steiner in Grunern ausgeräumt: Zur Ermittlung des tatsächlichen Verkehrs sollen sechs Monate vor Inbetriebnahme des ersten Bauabschnitts und sechs Monate danach Zählungen ermitteln, ob der Verkehr um mehr als zehn Prozent zunimmt. Dann würde Im Steiner zur Anliegerstraße und damit als Pendler-Schleichweg wegfallen.

Februar 2018: Das Regierungspräsidium informiert über den genauen Verlauf und den Ablauf des Baus.

4. September 2018: Spatenstich