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04. Juli 2009

"Jahrtausendjahrgang" verlässt die Schule

Oxford ruft: Abitur am Staufener Faust-Gymnasium / 39 Prüflinge haben einen Einser-Schnitt, vier von ihnen ein 1,0-Abitur / Besser als der Landesdurchschnitt

  1. Die Abiturienten des Faust-Gymnasiums Staufen bei der Zeugnisausgabe Foto: BZ

STAUFEN. "Abi ’09 – Mit uns hebt sich Staufen" – ihr sinniges Motto verwirklichten die 102 Abiturienten mit Abiturschnitt von 2,1. Mit Stolz konnte Schulleiter Hans-Joachim Kraus im Rahmen der feierlichen Zeugnisübergabe verkünden, dass das Faust-Gymnasium damit erneut besser als der Landesdurchschnitt von 2,3 ist. 39 Prüflinge haben einen Einser-Schnitt, vier haben ein 1,0-Abitur erzielt.

Vor der Zeugnisübergabe fand im Martin-Luther-Haus ein ökumenischer Gottesdienst zum Thema "Das Leben erfüllt gestalten" statt. Anschließend fanden sich Eltern, Lehrer und Schüler zur Zeugnis- und Preisüberreichung in der Aula der Schule ein, musikalisch eingestimmt durch das Streicherensemble (Leitung: Kerstin Bögner).

Schulleiter Hans-Joachim Kraus würdigte das große Engagement der Schüler während ihrer ganzen Schulzeit in vielen Bereichen wie Theater, Musik, Schülerbüro, Jahrbuchredaktion, Austausche und SMV. Mit ihrer Glanzleistung beim Abitur seien die Schüler ihrem Einschulungsdatum in das Gymnasium, dem Jahr 2000, gerecht geworden, da sie sozusagen ein "Jahrtausendjahrgang" seien. Die Jahrgangsstufe zeichne sich außerdem durch sehr viele Reisen und Austausche aus. Dennoch sei mit rund 11 500 Stunden der Unterricht nicht zu kurz gekommen.

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Pädagogik solle, nach Hartmann von Hentig, im übertragenen Sinne junge Menschen zum Reisen ermutigen und sie mit dem nötigen geistigen Proviant dafür ausstatten. Der Schulleiter dankte allen Lehrern, speziell den Tutoren der Stufe sowie den Eltern für ihr Engagement und ihre Unterstützung. Ratschläge auf den Weg zu geben, sei in der heutigen Zeit kaum mehr möglich, jedoch vertraue er darauf, dass die Schüler mit den am Staufener Faust-Gymnasium erworbenen sozialen Kompetenzen, mit ihrem Humor und ihrer Fähigkeit zu kritischem Denken ihren Weg finden. Als besonderes Abschlussgeschenk erzählte er den Schülern eine Geschichte und schenkte jedem einen darauf bezogenen symbolischen Gedenkstein mit der Aufschrift "Carpe diem".

Ursula Kapferer hielt anschließend ihre Preisrede anlässlich der Überreichung des Scheffel-Preises für die besten Leistungen im Fach Deutsch. Dann erhielten die Schüler die Zeugnisse, die offiziellen Preise und die speziell am Faust-Gymnasium ausgelobten Aktiven-Zertifikate für besonderes Engagement. Max Gallien erlangte nach langwierigem Auswahlverfahren und mit einem Schnitt von 1,0 bereits einen Studienplatz an der Oxford University.

Den Preisreigen setzte Claudia Bronner fort, die als Vorstandsmitglied des Förderkreises zahlreiche Auszeichnungen überreichte. Der Förderkreis hatte einst die Abiturienten als Fünftklässler mit Kuchen begrüßt, mit finanzieller Unterstützung bei vielen Fahrten, Schüleraustauschen und den Arbeitsgemeinschaften begleitet und rundete nun die Feierstunde mit dem Sektempfang ab.

Ebenso festlich mit Einmarsch in Abendkleid und Anzug und einem anschließenden Walzer begann der Abiturientenball am nächsten Abend. Max Gallien hielt eine hinreißende Rede, bei der die leise Wehmut, die jeden Schulabschied begleitet, bei vielen Anwesenden deutlich sichtbar wurde. Etliche niveauvolle Beiträge und ein Film waren weitere Höhepunkte des Fests, das erst weit nach Mitternacht ausklang.

Erfolgreiche Premiere hatte wenige Tage zuvor die DELF-Prüfung mit 56 Prüflingen aus der 9. und 10. Klasse, die sich in ihrer Freizeit zusätzlich ins Zeug gelegt hatten, um die Qualifikation, die das Centre francais vergibt, zu erwerben. Die Schüler erhielten ein Jahr lang wöchentlich zwei Stunden zusätzlichen Französischunterricht. Die Lehrerinnen Anne Berger und Frau Christine Budde bereiteten sie mit motivierenden, alltagsnahen Texten auf das mündlich und schriftlich geprüfte Sprachdiplom vor, das international anerkannt ist.

Autor: Daniela Muthesius