Nächster Schritt zur Umfahrung

Rainer Ruther

Von Rainer Ruther

Sa, 03. Dezember 2016

Staufen

Ende Januar starten in Staufen Untersuchungen des Baugrunds.

STAUFEN. Einen weiteren Schritt auf dem langen Weg zur Umfahrung Staufens macht das Land im kommenden Januar: Im Auftrag des Regierungspräsidiums (RP) Freiburg werden dann entlang der geplanten Trasse des ersten Bauabschnitts der Umfahrung Baugrunduntersuchungen stattfinden. Das hat das RP am Freitag in einer Pressemitteilung bekanntgegeben.

Diese Untersuchungen hätten nach Angaben des RP eigentlich schon vor der Planfeststellung vorgenommen werden müssen, weil sie ein wichtiger Teil der Planung sind; auf jeden Fall sind sie die Voraussetzung dafür, dass überhaupt mit dem Bau begonnen werden kann. Die geplanten Arbeiten sollen es ermöglichen, vertiefte Kenntnisse über den Untergrund zu erhalten, über den die neue Straße geführt wird.

Dazu werden zehn sogenannte Baggerschürfungen vorgenommen, mit denen man vor allem Erkenntnisse über die Zusammensetzung des Bodens an der Oberfläche gewinnt. So ist damit zu rechnen, dass im Bereich des Schwemmfächers des Neumagen Schwermetalle gefunden werden; das Erdreich aus diesem Bereich muss dann besonders behandelt werden. Weiterhin wird es sogenannte Rammsondierungen geben. Sie sollen Aufschluss über die Erdbeschaffenheit in tieferen Lagen und über die Grundwassersituation bringen.

An der zukünftigen Baustelle der neuen Brücke über den Neumagen schließlich werden Bohrungen vorgenommen, die bis in eine Tiefe von zehn Meter reichen. Sie sollen vor allem Informationen über die Gründung der Brücke erbringen. Nach Angaben des RP werden die Arbeiten Ende Januar 2017 beginnen, und etwa bis Ende März dauern, jedoch nicht jeden Tag stattfinden; Beeinträchtigungen wie zum Beispiel Erschütterungen an den Wohnhäusern werde man nicht spüren.

Durch Ingenieure des Landesamts für Geologie, Rohstoffe und Bergbau wurde der Untergrund außerdem bereits in Bezug auf die Gipskeuperschicht untersucht; die Bohrungen in so geringer Tiefe stellten keine Gefahr dar, hatten die Untersuchungen des Amtes ergeben. Alle Arbeiten dienen auch dazu, mehr Informationen über das Grundwasser zu sammeln – so will man unter anderem erreichen, dass das Grundwasser nicht durch das Oberflächen- und Straßenwasser verunreinigt wird.

Nach Ende der Baugrunduntersuchungen werden die Ergebnisse in einem Gutachten für das RP zusammengefasst. Daraus werden dann Schlüsse gezogen, wie die Bauwerke wie Straße, Brücke oder die Unterführung an der L 125 weiter geplant werden. Das Gutachten wird auch erste Schlüsse auf die Baukosten erlauben, die vor Baubeginn feststehen müssen. Wann der Bau der Straße beginnen kann, ist nach Angaben des RP eine politische Entscheidung; alle vorbereitenden Arbeiten zielten allerdings auf einen Baubeginn im Jahr 2018 ab.

Vorgesehen ist, zuerst den ersten Bauabschnitt zwischen der Krozinger Straße/L 123 und der L 125/Grunerner Straße zu realisieren. Vor dem Bau des bereits planfestgestellten zweiten Bauabschnitts soll es eine Verkehrszählung geben, aufgrund der dann eine Entscheidung über den Weiterbau gefällt wird.

Die Umfahrung Staufen beginnt an der L 123, wird mit einer Brücke über den Neumagen geführt und erhält dann einen Anschluss per Kreisverkehr an das Gewerbegebiet Gaisgraben. Ein zweiter Kreisel wird an der L 129/Wettelbrunner Straße gebaut, ein dritter an der L 125, wo der erste Bauabschnitt endet. Die bisherige Verbindung zwischen L 129 und L 125 wird zurückgebaut; für Radfahrer und Fußgänger wird eine Unterführung unter der Umfahrung errichtet.