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19. Februar 2011
Noch keine Entwarnung
Hebungen in Staufen gehen zurück, aber auch Verschiebungen in die Breite machen Probleme.
STAUFEN. Die Zahl der rissegeschädigten Häuser in Staufen stagniert zur Zeit. "Wir haben keine weiteren Meldungen vorliegen", erklärte Bürgermeister Michael Benitz auf der Risse-Pressekonferenz am vergangenen Donnerstag und bezifferte die Anzahl der geschädigten Privatgebäude somit auf 261 sowie sieben geschädigte städtische Gebäude.
So wie im Ratssaal, in dem er eingangs mit der Bemerkung "es bröckelt" erst einmal ein erbsengroßes Mauerstückchen aufhebt, gibt es aber für die betroffenen Häuser noch keine Entwarnung, auch wenn Benitz als zweite positive Nachricht melden kann, dass sich der Trend eines rückläufigen Hebungsprozesses fortsetzt. Benitz: "Es geht langsam zurück, aber kontinuierlich." Verschiebungen gibt es jedoch nicht nur in die Höhe, sondern auch im horizontalen Bereich, und hier stellt sich die Frage inwieweit dies über die sogenannte "Null-Hebungslinie" hinaus der Fall ist.Um diese Thematik in den Griff zu bekommen, wurde die Erstellung eines "Deformationsnetzes" in Auftrag gegeben, denn so Benitz: "Wir müssen damit rechnen, dass das kommt." In diesem Zusammenhang wies Benitz auch auf ein Projekt der Universität Karlsruhe hin, wo im Zuge einer Promotionsarbeit Satellitenaufnahmen über Staufen mittels "SAR-Interferometrie" erstellt und ausgewertet werden. Diese sollen in der nächsten Sitzung des Arbeitskreises Hebungsrisse vorgestellt werden, in der Hoffnung auf weitere Erkenntnisse zu den Rissen und vektorialen Veränderungen.
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Entwarnung gab Benitz für die Kirchstraße, welche, wenn alles planmäßig verläuft, nach dem Abschluss dieser Bohrung an Erkundungsbohrstelle (EBK) 3 in fünf bis sechs Wochen wieder ungehindert passierbar sein soll. Nur ein kleiner Baustellenbereich werde verbleiben. Eingreifen will die Stadt in den Fasnachtsferien an der Lilienhofschule, dort soll nach der jüngsten Statikprüfung nun das Vordach abgestützt werden.
Die Bohrtiefe liegt mittlerweile bei 108 Metern, und es wurde ein zweites Sperrrohr eingesetzt. Der Einbau erwies sich nach den Worten von Robert Breder vom Büro für Baukonstruktion als knifflig: "Wir mussten mit größter Sorgfalt vorgehen, aufgrund der geologischen Verhältnisse lag die wasserführende Schicht viel näher an der Gebirgsschicht (Anhydritschicht) als bei der EBK 2". Dadurch musste sogar sonntags gearbeitet werden.
Nach Breders Information gibt es nun eine Pilotkernbohrung, damit hydraulische Tests gemacht werden können, die Aufschluss darüber geben sollen, ob es hydraulische Verbindungen gibt zur EBK 2. Danach wird bis zur Muschelkalkschicht weitergebohrt, damit die Experten festlegen können, wie der angestrebte dauerhafte Pumpbetrieb installiert werden kann.
Bezüglich des mit einem Wert von 2,3 Litern pro Sekunde zu Tage geförderten 16 Grad warmen Wassers stellt die Stadt Überlegungen für eine Nutzung dieser Energiequelle "mit technisch vertretbarem Aufwand" an.
Die nächste Aktion der Stiftung zur Erhaltung der historischen Altstadt kündigte Benitz für den 15. April an. Mehr als 50 Künstler sind dem Aufruf von Landrätin Dorothea Störr-Ritter für eine Kunstauktion gefolgt und haben Werke gespendet, die in einem Katalog vorgestellt werden und dann im Haus der Modernen Kunst in Grunern vorbesichtigt werden können. Auch der Aufbau eines landesweiten Vertriebsnetzes für die Briefmarken und die Krüge der Stiftung ist im Gang. Verhandlungen gibt es mit den Sparkassen.
Die Politik bewegt sich ebenfalls. Landeswirtschaftsminister Ernst Pfister will sich am 25. Februar, 10 Uhr, gemeinsam mit dem FDP-Landtagskandidaten Martin Cammerer ein Bild machen. Am heutigen Samstag ist SPD-Spitzenkandidat Nils Schmidt um 17 Uhr gemeinsam mit dem Landtagsabgeordneten Christoph Bayer im Rathaus, bevor sie sich um 17.30 Uhr auf ihrer Wahlkampftour ins Stubenhaus begeben.
Autor: Susanne Müller
