Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

02. Mai 2010 15:47 Uhr

Zeitreise

Oldtimer rollen durch Staufen

Er läuft und läuft und läuft: Beim Oldtimer-Sonntag in Staufen waren annähernd 100 Raritäten des Automobilbaus zu bewundern. Ob Ford-Mustang, Jaguar oder Goggomobil: Eine Zeitreise in die Automobilgeschichte war’s allemal.

  1. Überlebt: Für die Abwrackprämie viel zu schade Foto: Markus Donner

  2. „Das ist mein Schätzchen“ Foto: Markus Donner

Nein, Petrus hat kein Benzin im Blut. Sonst hätte er am Sonntag keinen Regen geschickt. Die Staufener Oldtimerparade durch die Altstadt fand trotzdem statt. An die 100 Veteranen tuckerten über das Kopfsteinpflaster – einige Wagemutige sogar mit geöffnetem Cabrio-Verdeck.

Unter den Besuchern überwogen freilich die Anhänger, die die "Schätzchen" der Automobil-Ingenieurkunst schon immer in ihr Herz geschlossen haben. Unterm Regenschirm säumten sie die Hauptstraße, als die "Oldies" vom Alfred-Schladerer-Platz kommend um die Ecke bogen. Einen Zwischenstopp gab es dann vor dem Rathaus, wo Moderator Frank Rischmüller anhand der "Personalbogen" die Besitzer und die wesentlichen Merkmale der Fahrzeuge vorstellte.

Dabei begann die Oldtimerparade mit einem kleinen Malheur. "D’ Gelbfüßler", der Nostalgie-Reisebus von Wilhelm Egle aus Göhrwil, der den Korso anführte, blieb am Vordach einer Imbissbude hängen: Krach, und hin war sie, die Frontscheibe. Ein Rückstau "wie auf der A 5" war die Folge. Doch Fahrzeugbesitzer und Zuschauer trugen’s mit Fassung. Mit kurzeitiger Verspätung konnten die restlichen Fahrzeuge wieder ihre Motoren starten und die Fahrt durch die Altstadt fortsetzen. Und wo der Starter streikte, wurden die cromblitzenden Karossen eben mal kurz angeschoben.

Werbung


Den stolzen Besitzer der auf Hochglanz polierten Automobile, die auch aus der Schweiz und aus dem Elsass kamen und in einem Fall sogar eine 550 Kilometer weite Anfahrt von Nordrhein-Westfalen nach Staufen nicht gescheut hatten, wurden als kleines Dankeschön des Staufener Gewerbevereins eine Kostprobe aus dem Hause Schladerer durchs Fenster gereicht. Einen Essensgutschein und für die weiblichen Fahrerinnen/Beifahrerinnen eine langstielige rote Rose gab’s noch obendrein. Angelika Hassler, Katja Heitz, Peter Csutora, Toni Brender und Gerd Wiesler sorgten für die Einweisung und hatten auch sonst alles im Blick, um den Oldtimersonntag wieder zu einem Erfolg werden zu lassen.

Klar, auch die Fotoenthusiasten machten "fette Beute", soweit sie sich für den "Streifzug durch die Geschichte des Automobils" interessierten. Fahrtüchtige "Mustangs", Symbole für den "Amerikanischen Way of Life", eines der Sammlerstücke sogar mit elektrischem Verdeck, bekommt man ja nicht alle Tage vor’s Auge der Kamera. Oder ein Fiat 500 "Torpolino" mit 16 PS, einem halben Liter Hubraum, der immerhin noch Tempo 90 auf dem Tachometer anzeigt, muss sich nicht verstecken. Gleich mehrfach fuhren "Badewannen" vor, die legendären Ford-Taunus-Bestseller. DKW, Simca (mit Wohnanhänger), Goggomobil, Jaguar, MG, das Rollermobil BMW Isetta 300 mit Vordereinstieg und liebevoll als "Knutschkugel" bezeichnet – man konnte sich gar nicht satt sehen an den Zeugnissen einer Zeit, als Autos noch Charakter hatten. Begriffe wie Cw-Wert und Spirtverbrauch standen damals noch nicht im Vordergrund.

Fotos: Die Oldtimer-Parade in Staufen

Autor: Markus Donner