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15. Oktober 2012 17:27 Uhr

Sodomie

Pferdeschänder schlägt wieder zu: Pony in Staufen verletzt

Die Angst geht um unter Südbadens Pferdeliebhabern: Erneut hat der Tierschänder zugeschlagen, diesmal in Staufen. Dort verletzte er ein Pony. Es ist bereits der siebte Fall in der Region.

  1. Diesmal hat der Tierschänder in Staufen zugeschlagen. Foto: dpa

Seit Mitte August misshandelt ein Unbekannter Stuten rund um Freiburg. Sechs Tiere hat er bereits angegriffen und verletzt. Die Serie ist einzigartig wegen der Brutalität, mit der der Täter in relativ kurzen Abständen zuschlägt. Jetzt hat er ein Pony in Staufen geschändet.

Er schlug in der Nacht von Sonntag auf Montag zu: Die Zwergpony-Stute war laut Polizeiangaben in einer Box in einer größeren Stallung in Staufen untergebracht. Der Täter führte dem Pony einen Gegenstand in sein Geschlechtsteil ein. Eine Tierärztin stellte später Verletzungen am Kopf, an den Beinen sowie massive Verletzungen im Genitalbereich der Stute fest.

Polizei geht Hinweisen nach

Die Serie der Tierschändungen hatte Mitte August begonnen: Das erste Tier, eine Mauleselstute aus Freiburg-Zähringen, wurde Mitte August mit stark blutenden Wunden an den hinteren Fesseln gefunden. Vier weitere Stuten, die der Pferdeschänder im September heimsuchte, verstümmelte er an den Genitalien. Anfang Oktober starb zum ersten Mal eine Stute an den Folgen der Misshandlung: In St. Georgen stieß der Tierquäler Ronja einen Gegenstand in den Darm, Blut und Darminhalt gelangten in den Bauchraum. Die Verletzungen waren so schwer, dass das 20 Jahre alte Tier in einer Tierklinik in Iffezheim eingeschläfert werden musste. Die eigens eingerichtete Ermittlungsgruppe "EG Koppel" kümmert sich nun auch um den Staufener Fall.

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Serientäter oder Nachahmer?

"Jedem Hinweis wird sofort nachgegangen", versichert Polizeisprecher Mirko Steffl. Eine heiße Spur, die zum Täter führt, gebe es jedoch noch nicht. Zwar gibt es viele Hinweise, die Gerüchte kursieren, doch wenig Konkretes lässt sich daraus ableiten. Der Täter hinterlässt kaum verwertbare Spuren. Das lässt viel Raum für Spekulation. Handelt es sich um einen Einzeltäter oder eine Tätergruppe? Ist ein Serientäter am Werk oder hat er Nachahmer motiviert? Und ist der Pferdeschänder überhaupt ein Mann? Die Polizei will nichts ausschließen, geht aber davon aus, dass der Unbekannte mit der Gegend vertraut ist und sich mit Pferden auskennt.

Was man auch weiß: Der Täter ging in allen Fällen ähnlich vor. "Das legt den Verdacht nahe, dass es sich um einen Einzeltäter handelt", sagt Polizeisprecher Steffl. Einzig die Schwere der Verletzungen an den Pferden unterscheidet sich.

Ungute Erinnerungen

Der Fall weckt ungute Erinnerungen an eine Serie von Tierschändungen vor drei Jahren. Im Herbst 2009 wurde ebenfalls in Staufen eine Stute misshandelt, zwei Fälle von sexuell motivierter Tierquälerei an einer Stute und einer Ziege gab es in Schallstadt-Mengen. Damals konnte die Polizei einen 39 Jahre alten Mann festnehmen, der in der Folge wegen Tierquälerei zu einer Bewährungsstrafe verurteilt wurde.

Die Polizei nimmt Hinweise rund um die Uhr unter 0761/882-4371 entgegen oder anonym unter 0761/41262 .

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Autor: Alexander Huber / BZ