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31. Januar 2012

Regalmeterweise Stadtgeschichte

Archivar Jörg Martin berichtet im Staufener Gemeinderat von seinen Aktivitäten im Jahr 2011.

  1. Sammeln und sichten: Ein gut geführtes Archiv ist für die Arbeit der Verwaltung wichtig, zudem ist es das Gedächtnis einer Gemeinde. Foto: DAPD

STAUFEN. Was macht eigentlich ein Archivar? Richtig. Er archiviert. Und was jetzt nun genau in welcher Zeit, berichtete Jörg Martin in der jüngsten Staufener Gemeinderatssitzung. Schwerpunkt war wie schon in den Vorjahren die Bearbeitung der Akten des Bauamts sowie der neueren Akten der Stadtverwaltung. Ebenfalls wurde mit der Arbeit an einer Neuauflage der "Stadtchronik" begonnen.

Im Archiv werden fortlaufend Akten der Stadtverwaltung übernommen, die bei Bedarf auch wieder vorgelegt werden, erklärte Martin. Ebenfalls erfolgt hier die Katalogisierung in einer Datenbank. Im Jahr 2011 waren das rund zehn Regalmeter Archivgut. Und damit das auch alles Platz hat, wurde nicht archivwürdiges Schriftgut ausgesondert – ebenfalls im Gesamtumfang von rund zehn Regalmetern. Fortgeführt wurde das Zwischenarchiv, in dem nicht archivwürdige, jedoch aus rechtlichen Gründen noch aufzubewahrende Akten abgelegt werden, was einen Zeitaufwand von rund 237 Stunden erforderte. Die Arbeitszeit des Archivars, der bei der Stadt Staufen in Teilzeit zu 38,5 Prozent beschäftigt ist, betrug im vergangenen Jahr 2011 70 Arbeitstage mit rund 530 Arbeitsstunden.

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Ehrenamtliche Unterstützung bei seiner Arbeit bekam er wie schon 2010 von Silke Guckes, die Baugenehmigungen in einer gesonderten Datentabelle erfasst hat, was eine schnelle Suche nach den Vorgängen ermöglicht. Alle vorhandenen Bauakten konnten bis 1971 vollständig erschlossen werden. Diese Datentabelle verzeichnet derzeit 1839 Bauvorgänge. Das Stadtarchiv dient aber nicht nur den Rathausmitarbeitern, sondern ist auch eine einmalige Quelle zur Stadtgeschichte. Weshalb sich viele Interessierte und Forscher an Jörg Martin wenden, wenn sie einen Blick zurück in die Vergangenheit werfen wollen.

Um zu zeigen, welche Schätze im Staufener Archiv beherbergt sind, hatte Martin dem Gemeinderat wertvolles Anschauungsmaterial mitgebracht, beispielsweise eine von Hand gezeichnete Planungsskizze aus dem Jahr 1954, bei der es im Zuge des Ausbaus des Autobahnzubringers um den Bau einer Umgehungsstraße für Staufen ging. Allerdings war sich schon damals die Bevölkerung uneins über deren Notwendigkeit beziehungsweise darüber, wo diese Trasse verlaufen soll.

Besonders stolz ist Jörg Martin auf das Archiv des Liederkranzes, das dem Stadtarchiv im vergangenen Jahr übergeben wurde. Hier gibt es auch Erinnerungen an die Fasnacht 1924, die von einem Fotografen festgehalten wurden. "Das war damals etwas Besonderes", sagt Martin. Auch der Nachlass der Familie Hugard, von dem etwa die Hälfte im Dezember 2011 gekauft wurde, zählt zu den Neuerwerbungen des Archivs. Dem Chronisten Rudolf Hugard (1863 bis 1922) verdankt die Fauststadt viele Erkenntnisse über die Stadtgeschichte. Hierzu plant Archivar Jörg Martin eine kleine Ausstellung.

Autor: Ute Wehrle