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01. März 2010 16:32 Uhr
Faust-Gymnasium
Schulseismograph registriert Erdbeben in Chile
Im Keller des Staufener Faust-Gymnasiums lauscht eine Erdbeben-Messstation in die Tiefen der Erdkruste. Die schweren Erschütterungen in Chile erreichten binnen Minuten die Seismik-Station.
Einmalig für Schulen dürfte die von der Staufener HAG-Tüftlerschmiede in 5-jähriger Entwicklungszeit konzipierte HAG-Erdbeben-Messstation schon sein, die seit mehr als 10 Jahren mit ihrem hoch empfindlichen Seismographen im Keller des Faust-Gymnasiums rund um die Uhr in die Tiefen der Erdkruste "lauscht". Dabei bleibt dem voll automatisierten Seismik-System weltweit kein größeres Beben verborgen, so auch nicht das chilenische Seebeben aus der seismisch aktiven Region Südamerikas.
Exakt um 7.48 Uhr Ortszeit/Staufen erschütterte die Primärwelle den Seismographen. Gefolgt von immer größeren Ausschlägen der langsameren Sekundärwellen und den sich anschließenden immensen Oberflächenwellen, bebte die Erde in Staufen fast vier Stunden, während die gewaltige seismische Energie in einer Tiefe von nur 35 Kilometern die Katastrophe im Epizentrum innerhalb von zwei Minuten auslöste.
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Bereits im Seismogramm kündigte sich ein verheerendes und todbringendes Tsunami-Beben an, das eine Stärke von fast 9 auf der Richterskala vermuten ließ, wobei ein Magnitudenunterschied um eins etwa einer 30-fachen Stärke entspricht. Winfried Sturm, Leiter der HAG, war beim Anblick dieser Daten sofort klar, dass die ersten Angaben über Opfer, Verletzte und Schäden die Vermutungen übertreffen werden.
Das stärkste jemals registrierte Beben wurde am 22. Mai 1960 in derselben Region gemessen. Bei dem Erdstoß der Stärke 9,5 kamen damals 1655 Menschen ums Leben, zwei Millionen wurden obdachlos. Der durch die Erschütterungen ausgelöste Tsunami tötete Menschen in Hawaii, Japan und auf den Philippinen, sogar an der Westküste der USA richtete er Schäden an.
- Unruhen: Erdbeben stürzt Chile ins Chaos
Autor: bz
