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10. November 2009
Spannende Einblicke in die Zukunft der Forschung
Drei Tage lang gastierte das "BioLab Baden-Württemberg" der Landesstiftung am Faust-Gymnasium in Staufen
STAUFEN (fje). Es ist die Technologie der Zukunft: Die Genforschung lockte viele Oberstufenschüler des Faust-Gymnasiums zu einem Besuch ins mobile Genlabor der Landesstiftung Baden-Württemberg. Dort wurden ihnen spannende Einblicke in die moderne Biotechnologie gewährt. Abgerundet wurde der Besuch des Mobiles durch eine Vortragsreihe.
"Früher hat man einfach nur Biologie studiert", meint die Projektleiterin Dr. Stephanie Würfl (30) mit einem Schmunzeln. "Heute gibt es eine Unmenge von Möglichkeiten sein Studium zu absolvieren, wodurch sich gleichzeitig auch die Arbeitsmarktsituation immer mehr verbessert und differenziert." Zusammen mit ihrem Kollegen Dr. Andreas Horschinek (37) bringt sie während des Aufenthalts des BioLabs am Staufener Faust-Gymnasium den interessiert experimentierenden Schülern und Schülerinnen Inhalte zum Thema "Rund um den genetischen Fingerabdruck" näher. Was ansonsten für die Schüler nur graue Theorie im Unterricht ist, das können sie hier praktisch anwenden. Die Polymerase-Kettenreaktion, bei der es ums genetische Kopieren geht, und die eigenhändige Analyse von Fingerabdrücken stehen auf dem Programm. Für die jungen Erwachsenen, die kurz vor dem Abitur und somit auch vor der Berufsfindung stehen, wird dabei schnell klar, dass der Kommissar aus der Lieblingskrimiserie ohne seine vielen wissenschaftlichen Mitarbeiter die Ermittlung wohl kaum betreiben könnte.
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Die Biotechnologie hat aber nicht nur Einfluss auf die Kriminalistik, sondern findet sich auch in der Ernährungsindustrie wieder. Die gentechnische Produktion von Vitaminen und Enzymen, die in der Nahrung verarbeitet sind, spielt schon heute eine enorme Rolle. Dabei gibt es – wie auf allen Feldern der Biotechnologie – eine steigende Tendenz.
Aufgrund dieser positiven Entwicklung kam das Projekt 2003 zustande und kostet die Landesstiftung Baden-Württemberg jährlich eine Million Euro. Vor kurzem erst wurde es zum vierten Mal verlängert. Dieses Engagement ist europaweit einzigartig, nicht nur aufgrund des professionellen Genlabors und der S1-Zulassung. Diese ermöglicht das Genforschen innerhalb des 16,50 Meter langen Mobiles mit einer Innenfläche von 55 Quadratmeter. Dass dieses Geld gut angelegt ist, zeigt sich auch an den Erfolgen, die bis heute erzielt worden sind.
"Wir", so der promovierte Biologe Horschinek, "haben schon oftmals positive Rückmeldungen von Schulen bekommen. Viele schlagen auch den Weg in Richtung naturwissenschaftliches Studium ein." "Und es werden immer mehr", ergänzt seine Kollegin Würfl.
Auch der 18-jährige Schüler Philipp Haase zieht nach dem Praktikum ein gutes Fazit: "Für mich war es toll, einmal die Möglichkeit gehabt zu haben, mit solch einer exzellenten Ausrüstung praktische Versuche machen zu können." Für ihn bleibt als einziger Kritikpunkt, dass die Projektleiter sozialen Komponenten bei der Vielzahl der inhaltlichen Aspekte zu wenig Beachtung schenkten.
Darin stimmt seine Biologielehrerin Ilka Friedrich mit ihm überein. Es sei nötig, die Fachspezialisten pädagogisch etwas mehr zu schulen. Ansonsten meint sie: "Wer will diesen Bus nicht haben? Es ist ein supertolles Gerät und hat ein geniales Labor." Wundern tut es also nicht, dass der Terminkalender des "BioLab"-Teams schon bis Mitte 2010 ausgebucht ist. Dies lässt auf eine weitere Verlängerung des Programmes um zwei Jahre hoffen.
Autor: fje
