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17. November 2009

"Wilde Wälder" als Jubiläumsgeschenk

Regionalgruppe "Zwische Belche und Rhii" der Muettersprochgesellschaft feierte in Wettelbrunn

  1. Der „Mann der ersten Stunde“ Josef Burger hielt beim 30. Geburtstag der Muettersproch-Regionalgruppe „Zwische Belche un Rhii“ Rückblick auf das, was war. Die Zukunft gestalten will Brigitte Schweizer aus Wettelbrunn, die seit zwei Jahren Vorsitzende ist. Foto: Sabine Model

HEITERSHEIM/STAUFEN. Seit 30 Jahren wird die Muettersproch "Zwische Belche un Rhii" vereinsmäßig gepflegt. Gegründet 1979 im "Löwen" in Heitersheim als regionale Gruppe der Muettersproch-Gesellschaft, wurde der Geburtstag im Bürgersaal in Wettelbrunn gefeiert. Ein bisschen geschichtlicher Rückblick, badisches Essen und eine alemannische Portion Humor der "Wilden Wälder" – und fertig war das Jubiläums-Menü.

Überall, wo er hinschaute, fand Josef Burger als "Mann der ersten Stunde" bei seinem Erinnern Spuren von Josef Rück, der die Gruppe seinerzeit ins Leben rief. Der damalige "Altpräsi" Klaus Poppen hatte dazu ermuntert. In ihren besten Zeiten zählte die Gruppe fast 150 Mitglieder im Dreieck Buggingen, Hartheim und Münstertal. Der traditionelle "Alemannische Obe" entstand auf Initiative von Josef Rück. Auch die Theaterfahrten ins Elsass, Gälfiaßler-Auftritte sowie unvergessliche Veranstaltungen mit Heimatdichtern.

Doch nicht nur Josef Rück ist inzwischen gestorben. Auch seine Rektoren-Kollegen aus Ballrechten-Dottingen und Sulzburg leben nicht mehr. Mit Matthias Ries und Emil Berthel beging er seinerzeit alljährlich am 10. Mai auf dem Castellberg den Hebeltag mit Schülern. Den Geburtstag des großen alemannischen Mundartdichters wieder beleben möchte Burger im nächsten Jahr anlässlich der Markgräfler Heimattage. Dass sich die Regionalgruppe zwischen "Belche un Rhii" 30 Jahre halten konnte, verdankt sie ebenfalls den Nachfolgern von Josef Rück. Hubert Jäger, Josef Burger, Renate Harmel und seit zwei Jahren Brigitte Schweizer aus Wettelbrunn haben dazu ihren Beitrag geleistet.

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Alemannisch war denn auch für die vier "Wilde Wälder" aus dem Hochschwarzwald die Sprache der Wahl. Sie waren zwar mit ihrem Englisch bald am Ende, mit ihren Abenteuern aber von Anfang an Überraschungsgeschenk des Abends. Die Himbeerlikör-Anmache im Regionalzug nach Freiburg oder der Dauer-Single-Song "Ei Wiib für mich allei" brachte ihnen bereits erste Sympathien ein. Auf der Suche nach "Germanys next Superwälder" hatten drei Finalisten einen sehr eigenwilligen Rhythmus im Blut, der einzig die Lachmuskeln zum Swingen brachte.

Das "Menue Surprise" in einem Gasthaus endete mit einem verpassten Butterbrot und einer Beschwerde bei der Tourist-Info. Dort hatte man für den Koch und den Kellner nur eine musikalische Erklärung: "Kerle sin Chaibi". Dass die Milch aus Breitnau die teure, aber die richtige ist, das musste sich "’s Melcher Mechthild" beim Einkauf der falschen und billigen made in China ins Gewissen singen lassen: "Dein Charakter ist ganz verdorben, du hast die falsche Milch erworben." Die angebotene Meditation in Socken half da auch nicht wirklich weiter und diente eher der intensiven Fußpflege. Die für so viel "Blödsinn und Krakel" zuständigen "Wilde Wälder" Georg Stelz, Christoph Hog, Tobias Schwab und Karl Willmann formierten sich leidensfähig zu einem "Schlechte-Nacht-Quartett". Die Tränen in den Augen galten allerdings der geschnulzten Wälder-Wahl-Heimat.

Autor: Sabine Model