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08. Oktober 2011
Resteverwertung
Das alte Toastbrot und der Scheiterhaufen
Der gute alte Scheiterhaufen, eine etwas aus der Mode gefallene Süßspeise führt übrig gebliebenen Toast einer sinnvollen Verwendung zu - und zwar als Dessert oder Hauptgang.
Wohin mit der zum Sonntagsfrühstück angebrochenen Packung Toastbrot? Im Brotkasten sind die restlichen Scheiben bis zum nächsten Wochenende verschimmelt. Und im Tiefkühler versperrt der Klotz den ohnehin knappen Platz. Der gute alte Scheiterhaufen, eine etwas aus der Mode gefallene Süßspeise, bringt hier die Lösung. Klein portioniert ist er ein köstlicher Nachtisch. Die doppelte bis dreifache Portion taugt als süße Hauptmahlzeit. Ein Kompott gehört so oder so dazu.
Die Toastbrotscheiben werden ganz leicht angetoastet und dann mit der flachen Hand gedrückt, so dass sie noch etwas dünner werden. Die Scheiben auskühlen lassen. In einer großen Rührschüssel werden Eier, Zucker und das aus der Schote herausgeschabte Vanillemark mit einem Schneebesen locker-luftig geschlagen, bis eine schaumige, helle Masse entstanden ist. Das dauert etwa fünf Minuten. Dann werden Milch und Sahne dazugegeben und alles wird gut miteinander verrührt.
Die geraspelten oder in dünne Scheiben gehobelten Mandeln oder Haselnüsse werden in einer Pfanne vorsichtig angeröstet. Sobald sie hellbraune Stellen haben, sofort aus der Pfanne in einen Teller schütten, sonst werden sie durch die Resthitze der Pfanne noch schwarz. Wir brauchen noch etwas Fruchtiges. Wenn Kinder mitessen, sind Bananen in aller Regel die Favoriten. Diese werden geschält und in Scheiben geschnitten.
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Nun wird eine feuerfeste Backform dünn mit Butter ausgestrichen. Die ausgekühlten Toastbrotscheiben werden ebenfalls ganz dünn gebuttert. Und schon geht es ans Füllen der Form. Die Toastbrotscheiben nacheinander in die Eiermischung tauchen, dann wird mit einer ersten Lage der Boden der Backform ausgelegt. Nun kommt eine Schicht aus Bananen, gerösteten Nüssen und Rosinen (wenn keine Kinder mitessen: vorher in Calvados einlegen!) auf das Brot, dann wieder eine Schicht Toastbrot, und so fort, bis die Form voll und alles aufgebraucht ist. Die oberste Schicht sollte eine Lage Brot sein.
Nun die restliche Eiermischung gleichmäßig darüber gießen. Mit der flachen Hand alles nochmal leicht zusammendrücken und dann mit Puderzucker nicht zu knapp bestäuben.
Diese Fuhre kommt nun für vierzig Minuten in den auf 180 Grad vorgeheizten Backofen. Der Scheiterhaufen sollte oben gut gebräunt sein. Also bei Bedarf zum Schluss den Grill zuschalten. Oder, falls er schon zu braun ist, mit Alufolie abdecken. Danach den Scheiterhaufen etwas abkühlen lassen und dann am besten lauwarm servieren.
Eis oder Sahne passen immer dazu. Ein selbst gemachtes Kompott ist am besten. Apropos Kompott: Es ist Quittenzeit. Quitten und Äpfel werden geschält und geachtelt, die Kernhäuser entfernt. Dann werden sie mit einem ganz kleinen Schuss Wasser zusammen mit dem Zucker weich gekocht und danach püriert, gestampft oder durch eine Flotte Lotte gedrückt. Mit Zitronensaft abschmecken. Dieses säuerliche Kompott passt bestens zu dem recht süßen Scheiterhaufen.
Einkaufszettel
(für vier Personen als Nachspeise):
Acht Scheiben Toastbrot, vier Eier, 70 Gramm Zucker, eine Vanilleschote, je ein Viertelliter Sahne und Milch, drei Bananen, 200 Gramm gehobelte Mandeln oder Haselnüsse, 100 Gramm Rosinen, Butter, Puderzucker.
Kompott: Je 500 Gramm Äpfel und Quitten,
60 Gramm brauner Zucker, Saft von einer
halben Zitrone.
Autor: Hans-Albert Stechl


